Berlin

Google muss Pläne für Start-up-Campus in Kreuzberg nachbessern

Von Henrike Roßbach, Berlin
 - 16:00

Ende des Jahres soll im Berliner Bezirk Kreuzberg ein neuer Google-Campus eröffnen, eine Art Kreativ-Treff für Gründer und Start-ups. Unter anderem in Tel Aviv, London und Warschau gibt es solche Projekte des Internetgiganten schon, während Google in Berlin bislang vor allem über sein Engagement beim Start-up-Projekt Factory mit der Gründerszene verbunden ist.

Da Protest in Kreuzberg aber zur DNA des Bezirks gehört, regt sich auch gegen dieses Projekt Widerstand. Anwohner fürchten offenbar, dass es künftig noch hipper werden könnte im Kiez – und damit noch teurer. In jenen Kreisen, in denen schon zum „informellen und selbst-organisierten Kampf“ gegen Google aufgerufen wurde, gab es naturgemäß ein großes Hallo, als vor wenigen Tagen die Nachricht die Runde machte, das Bauamt des Bezirks habe den Bauantrag des Internetkonzerns abgelehnt.

Am Ende höchstens zehn Google-Mitarbeiter

Ganz so spektakulär aber ist es nicht. Der Bauantrag für die Umbauten im ehemaligen Umspannwerk an der Oh­lauer Straße muss lediglich überarbeitet werden. Sie hätten ihre Pläne vorgelegt, nun seien vom Bauamt des Bezirks an einigen Stellen Nachbesserungen gefordert worden, sagte Google-Sprecher Ralf Bremer am Freitag. Das sei ein normaler Vorgang. Deshalb sei man von anderslautenden Berichte überrascht gewesen. Aus heutiger Sicht sei dadurch das Ziel, den Campus Ende diesen Jahres zu eröffnen, nicht gefährdet.

„Wir freuen uns weiterhin auf den Campus Berlin im Umspannwerk“, sagte Bremer. Wie bei jedem Umbau historischer Gebäude stellten sich Aufgaben, die sie nun gemeinsam mit den Behörden lösen würden. Man arbeite eng mit der Stadt zusammen, „um die historischen Merkmale des Gebäudes nicht nur zu bewahren, sondern im Sinne des Projekts und der Umgebung hervorzuheben“.

„An der grundsätzlich positiven Einstellung zum Projekt seitens der Stadt haben wir keinen Zweifel“, fügte er hinzu. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sei beim Projektstart dabei gewesen; auch aus der Berliner Gründerszene seien die Rückmeldungen positiv. Bremer betonte, dass es sich bei dem Campus nicht um ein Google-Büro handele, sondern um eine Begegnungsstätte für Start-ups, etwa für Workshops. Am Ende würden dort höchstens zehn Google-Mitarbeiter sitzen.

Quelle: FAZ.NET
Henrike Roßbach - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Henrike Roßbach
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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