Außenhandel mit China

Wenn das Donald Trump erfährt ...

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Über kaum ein Wirtschaftsthema schimpfte der Präsidentschaftskandidat Donald Trump so laut und häufig wie über das Verhältnis der Vereinigten Staaten gegenüber China. Die Volksrepublik, mittlerweile die zweitgrößte Ökonomie der Welt, beute Amerika aus, behandele Washington unfair und das, sagte Trump immer wieder, könne und werde unter seine Führung nicht so bleiben. Um das zu bekräftigen, heuerte er eigens den bekennenden China-Kritiker Peter Navarro an und machte ihn zum Chef eines neu geschaffenen Handelsrats. Außerdem setzte er den Wirtschaftsnationalisten Steve Bannon als Chefstrategen ein, wenngleich der mittlerweile nicht mehr im Weißen Haus arbeitet.

Verändert hat sich an dem, was Trump mit seinem Zorn bedachte, hingegen nichts. Die Zahl, die wie keine andere für seine Kritik steht, entwickelt sich genau in die andere Richtung: Der Handelsbilanzüberschuss zwischen China und den Vereinigten Staaten ist im September auf den höchsten Wert aller Zeiten geklettert, auf 28 Milliarden Dollar. So viel mehr haben chinesischen Unternehmen nach Amerika exportiert als amerikanische Firmen nach China. Besonders brisant ist das zudem vor dem Hintergrund, dass Chinas Einfuhren insgesamt deutlich schneller zulegten (plus 18 Prozent) als die Ausfuhren (plus 8 Prozent).

Für die meisten Handelsökonomen sind diese Zahlen nicht problematisch. Sie verweisen darauf, dass sich der internationale Warenaustausch aus unzähligen einzelnen Kauf- und Verkaufsentscheidungen ergibt und zumal das Verhältnis zwischen zwei Ländern keine sonderlich beachtenswerte Größe ist. Ein Thema ist gleichwohl der gesamte Handelsbilanzsaldo eines Landes, der über die Zeit schon ein Problem sein kann.

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Trump kritisiert China
© AP, reuters

Mit Blick auf China gilt derzeit wiederum: Vor allem die boomende chinesische Bauwirtschaft deckt sich mit Produkten im Ausland ein. Die Importe von Rohstoffen wie Eisenerz oder Kupfer schnellten im September nach oben. Die chinesische Zollbehörde sagt für das laufende Jahr einen Anstieg des Außenhandels um einen zweistelligen Prozentsatz voraus. „Die Zahlen von heute zeigen, dass nicht nur die starke internationale Nachfrage die Industrie in China beflügelt, sondern dass auch die Binnennachfrage kräftig bleibt“, kommentierte Julian Evans-Pritchard vom Analysehaus Capital Economics.

Die Regierung in Peking geht derzeit gegen die Überschuldung bei Unternehmen und Überkapazitäten in einigen Branchen vor. Die besser als erwartet ausgefallenen Außenhandelsdaten dürften sie in ihrem Kurs bestätigen. Chinas Wirtschaft hat in der ersten Jahreshälfte ein überraschend starkes Wachstum von 6,9 Prozent geschafft. Dies lag auch an umfangreicher staatlicher Unterstützung - in der kommenden Woche tritt die regierende Kommunistische Partei zu ihrem alle fünf Jahre stattfindenden Treffen zusammen, um die Führung des Riesenlandes für die nächsten Jahre festzulegen, und die Machthaber legen in solchen Phasen besonderen Wert auf wirtschaftliche Stabilität.

Quelle: ala./Reuters
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