Weihnachtsgeschäft

Und jetzt in die wichtigste Zeit des Jahres

Von Brigitte Koch, Düsseldorf
 - 12:30

In den meisten Geschäften ist inzwischen weihnachtliches Ambiente eingezogen, der Lebensmittelhandel verkauft schon seit Wochen Spekulatius, Lebkuchen und Schoko-Weihnachtsmänner. Der Einzelhandel stellt sich in diesem Jahr abermals auf ein gutes Weihnachtsgeschäft ein. Die Ausgangslage ist günstig, denn die Stimmung der Verbraucher ist angesichts steigender und einer hohen Beschäftigung gut.

Nach der Prognose des Handelsverbands Deutschland (HDE) wird das diesjährigen Weihnachtsgeschäft ein Plus von drei Prozent auf 94,5 Milliarden Euro bringen. Damit dürfte der Zuwachs in den Monaten November und Dezember der Entwicklung im Gesamtjahr entsprechen. Allerdings gibt es in diesem Dezember zwei Verkaufstage weniger als im Vorjahr, da Heiligabend schon auf den vierten Advent fällt. So wird auch in der letzten Adventswoche mit der umsatzstärksten Zeit gerechnet.

So wichtig ist das Weihnachtsgeschäft

Wie HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in der Weihnachtspressekonferenz des Verbandes sagte, sind allerdings nicht alle Händler für die letzten Wochen des Jahres gut gestimmt. „Die Schere zwischen Groß und Klein öffnet sich immer weiter.“ Während größere Unternehmen auch bisher von mehrheitlich guten Geschäften sprächen, hegten die kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten eher bescheidene Erwartungen.

Profiteure vom Weihnachtsgeschäft sind vor allem der Innenstadthandel, der Onlinehandel und die geschenkaffinen Branchen. Die Bedeutung der Festsaison für die Branche ist enorm: Nach Angaben des HDE erzielen der stationäre Handel knapp 19 Prozent und der Onlinehandel sogar gut ein Viertel des Jahresumsatzes in den letzten beiden Monaten. Dabei profitieren die klassischen Ladengeschäfte inzwischen erheblich von ihren Multichannelaktivitäten. In einigen Branchen liegt der Durchschnittsumsatz in diesen Monaten doppelt so hoch wie in den sonstigen Monaten.

Sanktjohanser verwies auf eine Verbraucherumfrage, wonach in diesem Jahr 24 Prozent der Befragten mehr Geld für Geschenke ausgeben wollen. 60 Prozent planen danach mit konstanten Ausgaben und knapp 18 Prozent wollen eher sparen. Mit durchschnittlich 466 Euro für Weihnachtsgeschenke ist die Ausgabefreude leicht gedämpfter als im vergangenen Jahr 2016.

Besonders gefragt sein werden wieder Geschenkgutscheine, Kosmetik, Bücher und Schreibwaren, Spielwaren und Schmuck oder auch Konzertkarten. Treffen die Prognosen ein, wird der Einzelhandel 2017 zum achten mal in Folge seinen Umsatz steigern können, und zwar auf voraussichtlich 501,2 Milliarden Euro. Dabei dürfte der Onlinehandel um rund zehn und der stationäre Handel um zwei Prozent zulegen.

Entsprechend stellen sich die Paketdienste auf ein stürmisches Jahresende ein. „Wir erwarten ein Weihnachtsgeschäft, das die gesamte deutsche Logistikbranche vor eine Kraftprobe stellen wird“, teilte das Logistikunternehmen Hermes jetzt mit. In Absprache mit einzelnen Onlinehändlern werde man erstmals regionale Obergrenzen einführen, wovon der Transport von Privatpaketen aber unberührt bleibe. Besonders die letzte Meile werde immer mehr zum Nadelöhr. Der Markt für Zusteller sei fast leer gefegt, auch weil es die Gratis-Versand-Mentalität auf Verbraucherseite kaum möglich mache, den Job des Paketzustellers finanziell attraktiver zu machen, kritisiert Hermes-Geschäftsführer Dirk Rahm. Er fordert eine angemessene Preispolitik, die die Leistung der Paketdienst auch finanziell wertschätzt.

Quelle: FAZ.NET
Brigitte Koch-Frickenhaus - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Brigitte Koch
Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.
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