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Projekte in Afrika

FDP hinterfragt Entwicklungshilfe

Von Timo Kotowski
 - 16:25

Tourismus kann Antrieb für Beschäftigung und besseres Leben in Schwellenländern sein – so stellt es die Reisebranche da. Wenn es um staatliche Entwicklungshilfe und Tourismus geht, hegt die FDP aber Zweifel, ob Steuergeld effizient eingesetzt wird. 53,5 Millionen Euro habe der Bund von 2013 bis 2017 für Projekte in Ägypten, Tunesien und Marokko ausgegeben, dadurch seien 2399 Stellen entstanden – durchschnittlich also 22.292,50 Euro je Arbeitsplatz, fasst die FDP-Fraktion die Antwort der Bundesregierung auf ihre kleine Anfrage zusammen, die der F.A.Z. vorliegt. „Besonders spannend ist, dass die Tourismuswirtschaft in den drei Ländern seit 2013 satte 23.666 Jobs geschaffen hat, während die Bundesregierung Geld verbrennt“, sagt der FDP-Abgeordnete Olaf in der Beek.

Hilfen für Nordafrika gelten als Schwerpunkt, auch um die Zahl der Flüchtlinge aus diesen Ländern einzudämmen. Die bisherigen Erfolge hält die FDP für mager. Entweder habe die Bundesregierung keine Strategie oder die Strategie sei schlecht, urteilt in der Beek. Laut einer Aufstellung der Regierung flossen 199.000 Euro in ein Programm, um Diesel-Hybridlösungen in Ägypten bekannt zu machen, ein 10-Millionen-Euro-Programm zur Teilhabe von Frauen brachte 32 Ausbildungsplätze. „Was wir wirklich brauchen, ist eine Strategie, die die Privatwirtschaft besser fördert“, sagt in der Beek.

Die Reisebranche stößt sich weniger an den Zahlen. „Entwicklungshilfe und Wirtschaft erzielen die größte Wirkung für ein Land, wenn sie an einem Strang ziehen und ihre jeweiligen Stärken einbringen“, sagt Alexander Panczuk von der TUI Care Foundation. Die Tourismuswirtschaft sei vielerorts der wichtigste Wirtschaftsmotor und schaffe direkte Arbeitsplätze, Entwicklungshilfe verbessere Rahmenbedingungen. Der Bund verweist darauf, dass geförderte Projekte auch auf Energieeffizienz, Klimaschutz und bessere politische Bedingungen zielten. 2017 hatten laut Deutschem Reiseverband 245.770 Einheimische in Ägypten, Tunesien und Marokko Stellen, die durch die deutsche Branche ermöglicht wurden. Das größte Plus gab es in Ägypten, die Zahl für Tunesien sank.

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Wirtschaftswachstum fördern„Wir wollen nicht über Afrika, sondern mit Afrika reden“

Quelle: F.A.Z.
Timo Kotowski
Redakteur in der Wirtschaft.
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