Nach Gewinnwarnung

Post-Vorstandsmitglied Gerdes muss gehen

Von Helmut Bünder, Düsseldorf
 - 18:56

Nach der überraschenden Gewinnwarnung der Deutschen Post gibt Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes sein Amt auf. „Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Schwerpunktsetzung des Unternehmens“ lege der Manager sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder, teilte der Konzern am Dienstagabend mit. Gerdes scheidet Ende Juni aus dem Konzern aus.

Thomas Ogilvie, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Post, soll künftig den Streetscooter zum Erfolg steuern. Der Aufsichtsrat hat ihm als Nachfolger von Jürgen Gerdes zusätzlich das Innovationsressort „Corporate Incubations“ übertragen.

Gerdes hatte im Vorstand 11 Jahre lang das Traditionsgeschäft mit Briefen und Paketen verantwortet, bevor er sich Anfang April ganz auf den Streetscooter konzentrierte. Viele Jahre sehr erfolgreich, wird der 53 Jahre alte Gerdes, dessen Vertrag bis Juni 2020 läuft, für den jüngsten Rückschlag und den dadurch ausgelösten heftigen Kursrutsch der Postaktie verantwortlich gemacht.

Aufsichtsratschef Nikolaus von Bomhard lobte seine kundenorientierten Innovationen, mit denen er den Konzern auch auf den Feldern Digitales, E-Mobilität und Automatisierung vorangebracht habe. Wegen der Schwierigkeiten im Brief- und Paketgeschäft hat die Post ihre Gewinnziel für dieses Jahr um eine Milliarde Euro kappen müssen. Der 41 Jahre alte Ogilvie ist seit knapp einem Jahr Personalvorstand. Mit den Innovationsprojekten sei er aus seiner vorhergehenden Tätigkeit für die Konzernstrategie eng vertraut, heißt es.

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Quelle: bü.
Helmut Bünder
Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
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