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DIW und WTO sehen hohe Risiken

Die deutsche Wirtschaft schwächelt

 - 12:05

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland wird nach Einschätzung von Ökonomen in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen als noch vor kurzem angenommen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) senkte am Mittwoch seine Prognose für 2018 von 2,4 Prozent im März auf jetzt 1,9 Prozent.

Die Wissenschaftler wiesen auf einen „unerwartet schwachen Jahresauftakt“ hin und sehen „hohe Risiken“ an vielen Fronten. So könnte der Handelskonflikt mit Amerika weiter eskalieren und sich die Schuldenkrise in Italien verschärfen. Für 2019 erwartet das DIW eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,7 Prozent, vor drei Monaten hatte es noch 1,9 Prozent vorhergesagt.

Trotz der leicht gedämpften Konjunktur sei die deutsche Wirtschaft weiter in guter Verfassung, stellte das DIW fest. Der private Konsum bleibe eine wichtige Stütze. Die Arbeitslosigkeit werde weiter zurückgehen, auf eine Quote von 5,2 Prozent in diesem und 4,9 Prozent im nächsten Jahr.

WTO-Chef: Null-Zoll-Zone „gute Sache“

Die Probleme mit den Vereinigten Staaten und Italien führten zu Zurückhaltung, sinkenden Investitionen der deutschen Unternehmen und geringeren Exporten, erläuterte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Im Handelskonflikt mit Amerika habe „Deutschland als exportstarke Wirtschaft sehr viel zu verlieren“.

Der Chef der Welthandelsorganisation WTO Roberto
Azevedo sieht erste Anzeichen einer weltwirtschaftlichen Talfahrt als Folge des amerikanischen Konflikts mit wichtigen Handelspartnern. „Wenn es zu einer Eskalation im Handelsstreit kommt, droht ein weltweiter Abschwung", sagte Azevedo dem Handelsblatt vom Mittwoch. „Und wir sehen bereits Anzeichen, dass dieser Abwärtsprozess begonnen hat.“ Bei Investitionen und Einkaufsverhalten der Firmen bestehe schon Zurückhaltung.

Der WTO-Chef forderte die führenden Wirtschaftsnationen dringend auf, im Gespräch zu bleiben. „Wir müssen unbedingt den Dialog aufrechterhalten.“ Sonst drohe eine weitere Zuspitzung, unter der alle leiden würden, auch die Weltwirtschaft und die Bürger. Sollte es zu einem Handelskrieg kommen, würde Deutschland als stark exportorientiertes Land besonders stark leiden. „Es wird dann keine Insel geben, die davor geschützt ist“, warnte Azevedo.

Den Vorwurf des amerikanischen Präsident Trump, die Vereinigten Staaten werde im weltweiten Handel massiv von ihren Partnern benachteiligt, wies der WTO-Chef zurück. „Amerika wird so behandelt, wie es die WTO-Regeln vorsehen“, sagte er. Diese Regeln hätte Washington mit seinen Partnern selbst vereinbart. Zum
deutschen Handelsüberschuss äußerte er sich ausweichend. Die Idee von Trump, alle Handelsbarrieren zwischen den sieben führenden
Wirtschaftsmächten (G7) abzubauen, nannte er „eine gute Sache“. Die Staats- und Regierungschefs sollten diese Idee weiterverfolgen.

Quelle: jsa./dpa/Reuters
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