FAZ plus ArtikelPersonalengpass

Pflegedienste verschicken Kündigungen

Von Andreas Mihm, Berlin
 - 06:54

Die Lage in der Altenpflege ist vielerorts schwierig, denn es fehlt an Personal. Nach Branchenangaben sind 100.000 Stellen nicht besetzt. Der Personalmangel hat inzwischen gravierende Folgen. In Münster musste unlängst ein ambulanter Pflegedienst seine Arbeit einstellen, weil er kein Personal fand. Pflegedienste berichten, dass sie Interessenten abweisen müssen, weil sie keine Kapazitäten frei haben. Inzwischen kommt es sogar vor, dass ambulante Pflegedienste ihre Kunden von sich aus wegen Personalnot kündigen. Solche Fälle sind dem Pflegebeauftragten der Bundesregierung bekannt, auch wenn sie die Ausnahme seien, wie betont wird. Sie kämen eher auf dem Land vor, man kenne aber auch Fälle aus Großstädten wie Berlin.

In der Branche ist das bekannt. „In Einzelfällen muss Pflegebedürftigen gekündigt werden, wenn die Versorgung nicht mehr sichergestellt werden kann“, sagt Bernd Tews. Er ist Geschäftsführer des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), der mehr als 10.000 Betriebe vertritt. Oft setzten sich zwar die Betreiber der Dienste selbst ins Auto, um Patienten zu versorgen, wenn Personal fehlt. Doch etwa während einer Grippewelle seien die Kapazitäten schnell erschöpft. „Eine Dauerlösung ist es auch nicht, wenn alle Mitarbeiter noch mehr als ohnehin schon gefordert werden“, sagt Tews.

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Quelle: F.A.Z.
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent in Berlin.
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