Recht & Steuern
IW-Studie

Jeder Elfte zahlt den Spitzensteuersatz

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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will kleinere und mittlere Einkommen nach der Wahl um bis zu 15 Milliarden Euro entlasten. Begründet hat sie das vor allem mit dem Spitzensteuersatz., der aktuell „sehr schnell erreicht“ werde.

Eine neue Studie des IW Köln konkretisiert diese Einschätzung: 4,2 Millionen Personen, also gut jeder elfte der 46 Millionen deutschen Einkommenssteuerzahler, ist vom Spitzensteuersatz in Höhe von 42 Prozent betroffen. Dieser greift ab einem zu versteuernden Einkommen von 54.058 Euro. Der Studie zufolge kommt fast die Hälfte des gesamten Einkommenssteueraufkommens von den 10 Prozent der Haushalte mit den höchsten Einkommen. 2,7 Millionen Erwerbstätige zahlen dagegen überhaupt keine Einkommenssteuer, da sie zu wenig verdienen.

Mehrwertsteuer trifft vor allem niedrigere Einkommen

Nimmt man Mehrwertsteuer und Sozialabgaben hinzu, ergibt sich für einen Single mit einem Bruttoeinkommen von 1940 Euro eine Belastung von mehr als 46 Prozent. Eine Familie mit zwei Kindern und einem Bruttoverdienst von 6170 Euro im Monat führt 44 Prozent hiervon ab. Bei einem Ehepaar ohne Kinder mit 4040 Euro Bruttoeinkommen sind es gut 47 Prozent. Ein Alleinerziehender mit einem Kind und einem Bruttoeinkommen von 2187 Euro muss gut 41 Prozent abtreten. Wie die Studie zudem zeigt, sind untere Einkommensschichten besonders stark von der Mehrwertsteuer betroffen: Erst ab einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 2700 Euro im Monat übersteigt die Einkommensteuer die Mehrwertsteuerbelastung.

Wer wie viel Steuern auf sein Einkommen zahlt
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Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Grundidee des deutschen Steuersystems – starke Schultern sollen mehr tragen als schwache – funktioniert. Gleichzeitig bemängeln sie aber, dass weitgehend unabhängig vom Haushaltstyp Haushalte mit mittleren Einkommen fast die Hälfte ihrer Einkünfte in Form von Einkommens-, Mehrwertsteuer oder Sozialversicherungsbeiträgen abgeben müssen. Die Forscher empfehlen, die Einkommensteuer zu senken. Das würde speziell im unteren Verlauf die Anreize verbessern, erwerbstätig zu werden oder eine Teilzeitstelle aufzustocken.

Auch eine Studie der OECD war vergangene Woche zu dem Ergebnis gekommen, dass in Deutschland Arbeitseinkommen überdurchschnittlich stark belastet werden.

© reuters, reuters
Quelle: bfch.
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