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Transatlantik-Koordinator

„Im Moment sieht es nach einem weltweiten Handelskrieg aus“

 - 04:13

Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer (CDU), warnt nach einer neuen Runde von amerikanischen Strafzöllen gegen China vor einer weiteren Eskalation der Handelskonflikte: „Im Moment sieht es nach einem weltweiten Handelskrieg aus“, sagte Beyer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Er rechne fest damit, dass Amerikas Präsident Donald Trump noch vor den amerikanischen Parlamentswahlen im November auch Sonderzölle auf Auto-Importe verhängen werde. „Das würde vor allem die deutsche Auto-Industrie treffen, die 50 Prozent der europäischen Exporte in die Vereinigten Staaten ausmacht“, erklärte Beyer. Spätestens im kommenden Jahr werde aber auch die amerikanische Wirtschaft infolge der Strafzölle leiden. „Bei einem Handelskrieg gibt es keinen Sieger.“

Zollkonflikt spitzt sich zu

Die Initiative des amerikanischen Botschafters in Deutschland, Richard Grenell, die Zölle auf Automobil-Importe nach Europa beziehungsweise in die Vereinigten Staaten gegenseitig vollends abzuschaffen, begrüßte Beyer zwar grundsätzlich. „Aber von der Sache her ist es der falsche Ansatz.“ Erstens sei weder das Bundeskanzleramt noch das Außenministerium einbezogen worden. Zweitens liege die Kompetenz bei Handels- und Zollfragen laut Lissabonner Vertrag bei der EU.

Am Freitag hatte sich der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China mit gegenseitigen Strafzöllen weiter zugespitzt. Die Konfrontation zwischen den beiden größten Volkswirtschaften weckt Sorgen über weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft und andere Länder wie Deutschland. Amerikas Präsident Donald Trump drohte China sogar noch mit zusätzlichen Strafzöllen, die auf alle seine Importe in die Vereinigten Staaten im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar ausgedehnt werden könnten.

In einer ersten Runde traten um Mitternacht Washingtoner Zeit Sonderabgaben von 25 Prozent auf Einfuhren aus China im Wert von 34 Milliarden Dollar in Kraft. Chinas Zoll reagierte umgehend mit eigenen Sonderzöllen auf Einfuhren aus den Vereinigten Staaten in ähnlichem Umfang. China sehe sich zum „notwendigen Gegenangriff“ gezwungen, sagte ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking. Die Vereinigten Staaten hätten „den größten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte“ eingeläutet.

Das chinesische Handelsministerium reichte unterdessen offiziell Klage bei der Welthandelsorganisation WTO gegen die Vereinigten Staaten ein. Peking sieht die Regeln der Organisation verletzt. China folgt damit dem Beispiel der Europäischen Union und auch Kanadas. Die Amerikaner blockieren derweil Medienberichten zufolge wichtige Entscheidungen bei der WTO, unter anderem die Neubesetzung von Schiedsgerichten.

Von Chinas Strafzöllen sind landwirtschaftliche Produkte wie Sojabohnen, Fisch, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte betroffen. China zielt damit auf die Wählerschaft von Trump im ländlichen Raum. Höhere Zölle werden aber auch auf Autos erhoben. Darunter leiden vor allem deutsche Autobauer wie Daimler und BMW, die den größten Automarkt in China auch von ihren Werken in den Vereinigten Staaten aus beliefern.

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Beginn einer SpiraleHandelsstreit zwischen Amerika und China eskaliert

Quelle: peer./dpa
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