Schutz gegen Übernahmen

China an Deutschland: „Wir sind besorgt“

 - 12:48

Der von der Bundesregierung verstärkte Schutz deutscher Unternehmen vor Übernahmen aus dem Ausland stößt in China auf Kritik. „Wir sind besorgt über die entsprechenden Schritte in Deutschland und Europa“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking an diesem Freitag.

Die Handels- und Geschäftsverbindungen der Volksrepublik mit Deutschland und der Europäischen Union hätten allen Seiten einen Gewinn gebracht und das Wirtschaftswachstum angekurbelt. China hoffe, dass Deutschland und die EU protektionistische Tendenzen vermeiden und keine „verworrene, negative“ Botschaft an die Welt sende.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch eine Regierungsverordnung verabschiedet, mit der sie leichter verhindern kann, dass Unternehmen und damit auch Wissen in sogenannten Schlüsseltechnologien von Konzernen oder Staaten außerhalb Europas aufgekauft werden können. Dabei wird vor allem auf kritische Infrastruktur abgezielt - von Krankenhäusern bis zu Stromnetzen und Cloud-Computing-Diensten und den Herstellern der zum Betrieb notwendigen Software. Hier will sich die Regierung vorbehalten, notfalls den Einstieg von Investoren außerhalb der EU zu verhindern.

Die Verordnung ist eine Reaktion auf die Übernahme des Roboter- und Anlagenbauers Kuka durch den chinesischen Haushaltsgeräte-Hersteller Midea. Im Dezember hatte ein Investor aus China den Kauf Chipanlagenbauers Aixtron abgesagt, nachdem die Regierung in Washington die Übernahme des Amerika-Geschäfts des Aachener Unternehmens wegen Sicherheitsbedenken blockiert hatte.

Die Bundesregierung strebt eine Änderung der europäischen Übernahmeregeln an. Dazu wurde mit Italien und Frankreich eine entsprechende Initiative gestartet.

Quelle: ala./Reuters
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