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Allianz

Milliardengewinn trotz Niedrigzinsen

Von Henning Peitsmeier, München
© dpa, F.A.Z.

Die Allianz hat ihren operativen Gewinn im vergangenen Jahr leicht gesteigert. Mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro landete Europas größter Versicherer am oberen Ende der eigenen Erwartungen, teilte der Konzern bereits am Donnerstagabend mit.

Im laufenden Jahr soll das operative Ergebnis zwischen 10,3 und 11,3 Milliarden Euro liegen. Dass der Jahresüberschuss 2016 um 4 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zulegte, nahm der Vorstand zum Anlass, den Aktionären eine um 0,30 auf 7,60 Euro je Aktie erhöhte Dividende vorzuschlagen.

Keine Ideen für Zukäufe

„Das Jahr 2016 bot reichlich an - teilweise unerfreulichen - Überraschungen, die unsere politische und wirtschaftliche Umwelt maßgeblich beeinträchtigen werden“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Oliver Bäte. Er löste zudem ein Versprechen ein: Erstmals in der Geschichte des im Jahr 1890 gegründeten Unternehmens wird es ein Aktienrückkaufprogramm geben. Sein Volumen wird bis zu 3 Milliarden Euro ausmachen.

Leicht dürfte Bäte die Einlösung dieses Versprechens nicht gefallen sein. Denn der Aktienrückkauf erfolgt, weil die Allianz ihr für Übernahmen reserviertes Budget nicht ausgeben konnte.

Bäte hat in den vergangenen Monaten immer wieder nach Zukäufen Ausschau gehalten und öffentlich recht freimütig gesagt, dass „nur eine größere Übernahme helfen“ könne. Der Allianz wurde daraufhin Interesse an Teilen des italienischen Generali-Konzerns nachgesagt, auch wurde sie in Verbindung mit dem australischen Versicherer QBE Insurance gebracht. Geschehen ist nichts.

Bäte erklärte nun, dass es den Automatismus eines Aktienrückkaufs in Zukunft nicht mehr geben solle. Der Rückkauf eigener Aktien entspricht rund 4,2 Prozent der Marktkapitalisierung von aktuell 72 Milliarden Euro und beginnt schon an diesem Freitag.

Im vierten Quartal legte der operative Gewinn um 9,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu. Während das Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung überproportional um 16,4 Prozent kletterte, gab es in der Lebens- und Krankenversicherung um 1,7 Prozent nach. Die Vermögensverwaltung erreichte ein kleines Plus von 0,5 Prozent. Wichtigste Botschaft hier: Der amerikanische Vermögensverwalter Pimco hat laut Vorstand die Trendwende geschafft und erstmals wieder Nettomittelzuflüsse verbucht.

Quelle: F.A.Z.
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