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BMW fährt Mercedes in der Ertragskraft hinterher

Von Rüdiger Köhn, München
© Reuters, F.A.Z.

Die Freude über die Ergebniszahlen von BMW an der Börse war verhalten und auch nur von kurzer Dauer. Der Dax-Wert stieg am Donnerstagmittag kurzzeitig um 1,6 Prozent, nachdem der Münchner Automobilkonzern einen Sprung im Nettogewinn von 26,9 Prozent auf 3 Milliarden Euro für das erste Quartal 2017 verkündet hatte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich lediglich um 7,7 Prozent auf 2,65 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz nahm um 12,4 Prozent auf 23,45 Milliarden Euro zu. Die Diskrepanz zwischen Ebit und Nettogewinn resultiert vor allem aus einem Bewertungseffekt von 183 Millionen Euro, der durch den Einstieg neuer Investoren beim Kartendienst Here entstanden ist, der BMW, Audi sowie Daimler gemeinsam gehört.

Mercedes macht Boden gut

Zwar lag das Periodenergebnis über den Erwartungen. Doch zeigte das Automobilgeschäft Schwächen; im Gesamtkonzern wie auch im Vergleich zum Rivalen Mercedes. Insgesamt hat BMW bis Ende März 587.000 Autos oder 5,2 Prozent mehr verkauft als im Vorjahresquartal. Das Ebit stieg unterdurchschnittlich um 6,1 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite in der Sparte Automobile sank von 9,4 auf 9 Prozent.

Damit haben sich die Bayern in der Ertragskraft schwächer entwickelt als der Konkurrent Mercedes, der deutlich Boden gutgemacht hat. Dessen Marge sprang im Autogeschäft von 7 auf 9,8 Prozent. Mercedes hat BMW somit nach elf Jahren zumindest im Quartal überholt. Auch im Absatz war der Stuttgarter Rivale mit plus 16 Prozent rasanter. Für das Jahr 2017 stellt BMW einen leichten Zuwachs von Absatz, Umsatz und Konzerngewinn vor Steuern in Aussicht. Im Segment „Automobile“ solle die Umsatzrendite zwischen 8 und 10 Prozent liegen.

Quelle: F.A.Z.
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