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Elektromobilität

Daimler will Schwerlaster mit E-Antrieb bauen

 - 05:10

Daimler setzt im Wettbewerb mit Tesla und anderen Herstellern auf einen schweren Lastwagen mit Elektroantrieb. Die am Mittwoch vorgestellte Zugmaschine vom Typ eCascadia werde 2021 in die Produktion gehen und habe eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern, teilte der Stuttgarter Konzern bei der Präsentation in Portland im amerikanischen Bundesstaat Oregon mit.

Einsatzgebiet ist demnach die regionale Verteilung von Gütern sowie der Transport von Hafenlieferungen. Zudem stellte Daimler den kleineren eM2 vor, der etwa für die Lieferung von Nahrungsmitteln und Getränken vorgesehen ist. Daimler will nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr zu Testzwecken 30 Fahrzeuge an Kunden ausliefern.

Der amerikanische Konkurrent Tesla hatte vergangenes Jahr einen 40-Tonner mit bis zu 800 Kilometern Reichweite angekündigt. Schon bei der Vorstellung des eActros im Februar hatte sich Daimlers Truck-Chef Martin Daum skeptisch gezeigt, ob das machbar ist. Auch der eActros wird erst von ausgewählten Kunden auf Alltagstauglichkeit getestet, bevor er in Serie geht. Beim kleinen eCanter der Marke Fuso ist Daimler schon einen Schritt weiter: Ihn gibt es zumindest in Kleinserie.

Experten zufolge dürfte der wichtigste Markt für die Fahrzeuge China sein. Angetrieben wird die Entwicklung von strengeren Abgasvorschriften und dem Wunsch, Treibstoff- und Unterhaltskosten zu senken. Allerdings ist es wegen der Kosten, der Reichweite und der schweren Akkus unklar, ob sich die Technik bei Lastwagen durchsetzt.

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Deutsche PostErfolgsgeschichte Elektro-Transporter

Daimler-Manager Roger Nielsen sagte, die Batterien schränkten die Zuladung ein. Der neue Lastwagen eigne sich für Kunden, die einen festgelegten Radius hätten und deren Geschäftsmodell Zeit für die Wiederaufladung lasse. Daimler will nach eigenen Angaben bis 2019 mehr als 2,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung in der Lkw-Sparte ausgeben. Davon seien 500 Millionen Euro für elektrische Schwerlaster, Vernetzung und Selbstfahrtechnik vorgesehen.

Mit der Zusammenführung der einzelnen Elektro-Abteilungen der verschiedenen Marken unter einem Dach folgt der Konzern dem Vorbild bei den konventionell angetriebenen Lastwagen. Auch dort wird alles, was gemeinschaftlich entwickelt und genutzt werden kann und nicht markenprägend ist, zentral koordiniert.

Problem Profitabilität

Bei der Profitabilität sieht Spartenchef Martin Daum derweil noch Verbesserungsbedarf. An die Zielrendite von 8 Prozent werde man dieses Jahr sehr nah herankommen, sagte er dem „Handelsblatt“. Angesichts der derzeitigen Boomphase der Konjunktur in vielen Volkswirtschaften reicht Daum das jedoch nicht. „Bei einem Ziel von 8 Prozent als Durchschnittswert über den Zyklus sind dieses Jahr 8 Prozent zu wenig.“

Mit einer höheren Profitabilität will Daum unter anderem höhere Investitionen in die Zukunftsfelder stemmen. „Wir haben für Elektroantriebe und das Autonome Fahren für dieses und nächstes Jahr bereits 500 Millionen Euro bereitgestellt, aber das wird nicht reichen“, sagte er. Daimler hatte in der Sparte bereits ein Sparprogramm eingeleitet und insgesamt 2500 Stellen gestrichen. Ab kommendem Jahr sollen dann die angestrebten Einsparungen von 1,4 Milliarden Euro voll wirksam werden.

Daum bestätigte die Spartenprognose für ein deutliches Wachstum bei Umsatz und operativem Gewinn. Bei Daimler bedeutet das ein Plus von mindestens 10 Prozent. Im vergangenen Jahr erzielte Daimler mit Lkws und Bussen ein Umsatzplus von 8 Prozent auf 35,7 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs um 22 Prozent auf 2,38 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite betrug demnach 6,7 Prozent.

Quelle: rad./Reuters/dpa
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