Anweisung der EZB

Deutsche Bank muss Ausstieg aus dem Investmentbanking durchrechnen

 - 07:37

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) will einem Pressebericht zufolge von der Deutschen Bank Angaben zu den Kosten eines Ausstiegs aus dem Investmentbanking. Dazu liefen seit Monaten Berechnungen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Montag ohne Quellenangabe. Es sei erste Mal, dass die Aufsichtsbehörde diese Maßnahme für eine Großbank beschlossen hat. Später sollten weitere Geldhäuser folgen.

Die Bankenaufsicht möchte laut Bericht wissen, wie sich der Wert des Kapitalmarkt- und Derivategeschäfts bei der Deutschen Bank entwickeln würde, wenn sie als solvente Bank ein abruptes Ende des Neugeschäfts simuliere. Es gehe nicht darum, die Abwicklung im Fall einer Pleite zu simulieren, was um ein vielfaches teurer und schwieriger wäre.

Die Berechnungen liefen schon seit einiger Zeit und stünden nicht im Zusammenhang mit dem Chefwechsel bei Deutschlands größtem Geldhaus, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Analysten fordern Rückzug

Die EZB habe die Informationen mit dem Hinweis kommentiert, dass sie den Banken generell viele Aufgaben gebe. Die Deutsche Bank teilte mit, sie berechne für Regulatoren routinemäßig „die Konsequenzen einer geordneten Abwicklung von Positionen in unseren Handelsbüchern“. Dies geschehe mit Blick auf Kapital, Liquidität und den Effekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung. „Das ist übliche Praxis in der Finanzindustrie.

Nicht wenige Analysten und größere Anteilseigner fordern von der Deutschen Bank gezielte Schnitte im Investmentbanking und den Rückzug aus nicht profitablen Geschäftsfeldern. Das Geldhaus hat in dem Bereich weitere Marktanteile verloren - nicht zuletzt in Amerika. Der neue alleinige Investmentbanking-Chef der Bank, Garth Ritchie, erklärte dagegen vor wenigen Tagen, er plane vorerst keine radikalen Schnitte bei der Sparte.

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Quelle: dpa/Reuters
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