Fluggesellschaften

Hilft Emirates Etihad aus der Patsche?

 - 12:28

Die arabische Fluggesellschaft Emirates ist offen für eine Kooperation mit dem kleineren Rivalen Etihad. Eine Fusion mit dem Großaktionär von Air Berlin sei allerdings unwahrscheinlich, sagte Emirates-Chef Tim Clark am Mittwoch. Darüber müssten die Eigentümer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten entscheiden.

„Ich glaube, es ist von Nutzen, enger mit ihnen zusammenzuarbeiten“, sagte Clark. „Es gibt viele Bereiche, in denen die Airlines kooperieren könnten – etwa bei der Beschaffung.“ Dies sollte man ausloten. Allerdings könnte es in einigen ausländischen Märkten Bedenken von Aufsichtsbehörden geben, räumte der Emirates-Chef ein.

Auf die Frage, ob die beiden Golf-Airlines einen Zusammenschluss nach dem Vorbild von Air France und der niederländischen KLM umsetzen könnten, sagte Clark: „Ich glaube nicht, dass das der Fall sein wird.“ Dies müssten letztlich aber die Eigentümer entscheiden. Dies ist bei Emirates die Regierung von Dubai und bei Etihad die Regierung von Abu Dhabi. Beide Fluggesellschaften standen im vergangenen Jahrzehnt im harten Wettbewerb um den Ausbau globaler Netzwerke und Flugstrecken. Von Etihad war zunächst keine Stellungnahme zu einer engeren Zusammenarbeit zu erhalten.

Ethihad ist nach Emirates aus Dubai und Qatar Airways die drittgrößte Fluggesellschaft am Persischen Golf. Für 2016 hatte Ethihad einen Netto-Verlust von 1,9 Milliarden Dollar ausweisen müssen. Nach eigenen Angaben war das der erste Minusbetrag, der seit Anfang des Jahrzehnts ausgewiesen werden musste. Im Vorjahr konnte noch ein Gewinn von 103 Millionen Dollar erwirtschaftet werden. In dieser Zeit stieg die Zahl der Passagiere um 5,1 Prozent auf insgesamt 18,5 Millionen, während sich die Auslastung der Etihad-Flotte auf 78,6 Prozent leicht verringerte. Für Kenner der Luftfahrt ein klarer Indikator, dass die Kapazitäten wachsen und zu ruinösen Preiskämpfen unter den Anbietern führen.

Ethihad hatte sich im Zuge einer globalen Expansion auch an der inzwischen insolventen Air Berlin sowie anderen Luftfahrtunternehmen beteiligt, um zu den Konkurrenten Emirates und Qatar Airways aufzuschließen. Doch die Einkaufstour in Europa erwies sich als teurer Fehlschlag.

Quelle: hade./Reuters
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenAir BerlinEmiratesVereinigte Arabische Emirate-Reisen