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Regel für Ryanair

Hessen verbietet Sonderrabatt am Frankfurter Flughafen

Von Timo Kotowski
 - 18:57

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport darf seinen geplanten Neukundenrabatt auf die Flughafenentgelte nicht einführen, von dem die Fluglinie Ryanair profitiert hätte. „Der ursprünglich beantragte Sonderrabatt, von dem faktisch ausschließlich neue oder am Standort kaum präsente Fluggesellschaften hätten profitieren können, ist vom Tisch“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Sein Ressort hatte über den Fraport-Antrag zu befinden und genehmigte eine modifizierte Version.

Doch der Kompromiss ist aus Sicht anderer Fluggesellschaften keine akzeptable Lösung. Die Deutsche Lufthansa als größtes Verkehrsunternehmen in Frankfurt reagierte „enttäuscht“. Der Fluggesellschaftenverband Barig warnte, es werde „künstlich ein Verdrängungswettbewerb mit noch nicht absehbaren Konsequenzen initiiert.“

Denn: Al-Wazir räumte zwar den Rabatt für neu nach Frankfurt kommende Gesellschaften ab. Dessen erster Nutznießer wäre Ryanair gewesen, den meisten deutschen Gesellschaften wäre er versagt geblieben, da sie Frankfurt schon lange bedienen.

Die neue Entgeltordnung enthält nun Nachlässe für alle Linien, die mehr Passagiere ab Frankfurt befördern als bislang. Darauf kann sich auch Ryanair berufen. Der Lufthansa-Konzern sieht dennoch eine Ungleichbehandlung, weil es für Gesellschaften, die ohnehin viele Strecken anbieten, schwieriger sei, den Rabatt zu bekommen: „Es kann nicht sein, dass zwei Airlines, die dieselbe Strecke fliegen, unterschiedliche Gebühren bezahlen.“ Zudem rügt der Konzern, dass die neue Ordnung einen Anstieg der Landeentgelte um 1,9 Prozent vorsehe.

Entfacht war der Gebührenstreit nach der Ankündigung von Ryanair, ab dem Frühjahr 2017 Frankfurt anzusteuern. Auf einer Unternehmensveranstaltung bezeichnete Condor-Chef Ralf Teckentrup den ursprünglichen Gebührenplan als „Riesen-Sauerei“. Er rechnete vor, dass im ersten Jahr für Ryanair die Gebührenlast je Passagier 15 Euro niedriger gewesen wäre als für einen vergleichbaren Condor-Flug. Frankfurt hat als einziger deutscher Großflughafen in diesem Jahr ein Passagierrückgang gemeldet, der im kommenden Jahr 2017 unter anderem durch Billigflugangebote ausgeglichen werden soll.

Quelle: F.A.Z.
Timo Kotowski
Redakteur in der Wirtschaft.
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