Kommentar

Superfleisch

Von Christian Müßgens, Hamburg
 - 15:49

Ob diese Produkte dem Verbraucher schmecken? Deutschlands größter Geflügelschlachter, die unter dem Namen Wiesenhof bekannte PHW-Gruppe aus Niedersachsen, sieht jedenfalls gute Chancen. Sie beteiligt sich an einem Start-up aus Israel, das künstliches Fleisch im Labor herstellen und innerhalb weniger Jahre an erste Restaurants und Läden liefern will.

Damit setzt PHW auf einen vieldiskutierten Trend. Fleischersatzprodukte, seien es Würste aus Soja- und Erbseneiweiß oder eben Burger aus der Petrischale, sollen einer gesünderen Ernährung dienen und dabei helfen, die wachsende Weltbevölkerung satt zu machen.

Schaut man auf die Verkaufszahlen, lösen sich die Erwartungen aber schnell in Luft auf. Etwa in Deutschland: Hier ist der Absatz vegetarischer und veganer Alternativen zu Salami, Schinken und Schnitzel nach kurzem Höhenflug wieder rückläufig, denn viele der Waren schmecken fad und langweilig.

Neue biotechnische Kunstprodukte wie jene, die PHW mit seinem Einstieg bei Supermeat fördern will, sollen besser werden. Doch steht die Technik noch ganz am Anfang. Muskelfleisch, das im Labor aus tierischen Zellen herangezogen wird, kann noch lange nicht die Marktanteile erreichen, welche die in Sachen Marketing und Finanzierungsrunden professionell geschulten Unternehmensgründer ihren Investoren in Aussicht stellen.

Quelle: F.A.Z.
Christian Müßgens
Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
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