Kommentar

Brot und Butter von VW

Von Carsten Germis, Hamburg
 - 19:03

Für den Chef eines Automobilunternehmens ist es ein großer Moment, wenn er ein neues Modell vorstellen kann. Entsprechend gutgelaunt präsentierte sich Volkswagen-Markenchef Herbert Diess zur Premiere des neuen Polo. Er rückt nach dem Erfolg mit dem Tiguan im SUV-Segment das Augenmerk wieder auf das Brot-und-Butter-Geschäft von VW.

Nach dem neuen Golf kommt nun der Polo – digitaler und größer. Golf und Polo stehen wesentlich für die Marke, die ihre Rolle als größter Volumenhersteller auch im Zeitalter der Digitalisierung und der Elektromobilität verteidigen will. Richtig Geld verdienen VW und die anderen der Branche jedoch vor allem mit ihren SUV. Die sind auf der ganzen Welt die Verkaufsschlager schlechthin. SUV werden von den Kunden immer stärker nachgefragt, auch wenn die Politik lieber von Elektroautos, weniger Verbrauch und ökologischerem Fahren spricht.

Die Kleinwagen, denen noch vor zehn Jahren während der Finanzkrise eine große Zukunft vorausgesagt wurde, verlieren nicht nur bei VW an Bedeutung. Diess tut trotzdem gut daran, mit dem neuen Polo auch ein Signal an andere Käuferschichten zu geben. Einen E-Polo wird es vorerst zwar nicht geben, doch auch hier ist der Trend eindeutig. Wenn VW die Nummer eins als Volumenhersteller bleiben will, wird auch das bezahlbare, kleine Elektroauto schnell kommen müssen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Germis, Carsten (cag.)
Carsten Germis
Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
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