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Kommentar

Lufthansas Powerplay in Frankfurt

Von Ulrich Friese

Der Streit um die Höhe von Flughafengebühren ist in der Luftfahrt ein gängiges Ritual, das alle paar Jahre mit durchaus harten Bandagen ausgetragen wird. Doch der aktuelle Schlagabtausch zwischen Betreiber Fraport und seinem Stammkunden Lufthansa erreicht in Fragen der Härte und Dauer schon jetzt einsame Höhen.

Europas größte Fluggesellschaft sorgt mit der jüngsten Entscheidung, einen Teil ihrer A380-Flotte von Frankfurt abzuziehen, für einen Paukenschlag an ihrer Heimatbasis. Denn die langjährige Vormachtstellung, die das größte Flughafen-Drehkreuz im Lande bei den Lufthanseaten inne hatte, dürfte damit auf lange Sicht bedroht sein.

München empfiehlt sich als wichtigster Standort

Nutznießer der jüngsten Standortwahl von Lufthansa-Chef Carsten Spohr ist der Flughafen München. Erst im März hatte er entschieden, das Gros der neuen Langstreckenjets vom Typ A350 dort zu stationieren. Mit dem Plazet, auch ein Teil der Airbus-Jumbos dorthin zu verlagern, dürfte sich München als wichtigster Standort für das Herzstück der Lufthansa-Flotte empfehlen.

Für viele Mitarbeiter in und außerhalb Frankfurts, für die der Flughafen seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Arbeitgebern in der Region gehört, wächst dagegen die Sorge, vom Wachstum im lukrativen Langstreckengeschäft auf Dauer abgehängt zu werden. Sie müssen auf mehr Wachstum der Preisbrecher Ryanair & Co. hoffen.

Quelle: F.A.Z.
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