Kommentar

Opels lahme Ente

Von Martin Gropp
 - 21:27

Am Ende war es eine Entscheidung mit Ansage. Unter dem Druck der Berichterstattung der F.A.Z. vom Wochenende hat sich der bisherige Opel-Chef Karl-Thomas Neumann entschieden, den Verkauf seines Unternehmens an den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën nicht mehr zu verantworten, sondern nur noch zu begleiten.

Es ist die richtige Entscheidung. Die Verhandlungen hätte Neumann nurmehr als „lahme Ente“ geführt, nachdem bekanntgeworden war, dass er Opel nach dem Abschluss der Gespräche verlassen wollte. Was er jetzt noch zur Zukunft von Opel beitragen kann, wird sich zeigen.

Die Rochade zum bisherigen Finanzvorstand Michael Lohscheller – bei gleichzeitigem Verbleib des alten Chefs in der Geschäftsführung – ist wohl eher als gesichtswahrende Lösung für das Unternehmen wie für Neumann zu deuten. Umgekehrt deutet die Ernennung Lohschellers darauf hin, dass es PSA ernst damit ist, Opel wieder profitabel zu machen. Wer sollte die Misere des chronisch defizitären Unternehmens besser kennen als der Finanzchef? Opel und seinen 38.000 Mitarbeitern wäre es zu wünschen, wenn dem Zahlenmenschen der Umschwung bald gelingt.

Quelle: F.A.Z.
Martin Gropp - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Martin Gropp
Redakteur in der Wirtschaft.
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