Kommentar

Lausitz in Bewegung

Von Susanne Preuß
 - 18:21

Lausitz, das hört sich nach Braunkohle an, nach Schmutz und Vergangenheit. Und „Lausitzring“, das klingt ähnlich mies, zumindest nach versenkten Steuergeldern. Genau dort aber, auf dem Lausitzring soll die automobile Zukunft erforscht und gestaltet werden, in einem Testzentrum für automatisiertes und vernetztes Fahren.

Das vollmundige Versprechen kommt nicht etwa von der Sorte windiger Investoren, wie man sie von der Konkurrenz am Nürburgring kennt, sondern von der Stuttgarter Dekra SE, einem traditionsreichen Prüfunternehmen, in dem man weiß, was Autobauer wünschen.

Die Dekra wird also nicht aus nostalgischen Gründen im brandenburgischen Niemandsland Geld versenken. Immerhin entstehen ein paar Dutzend Arbeitsplätze, und wer weiß, vielleicht ist das Prüfzentrum sogar Keimzelle für mehr, schließlich ist ja einiges in Bewegung in Sachen zukünftiger Mobilität.

Zugleich ist die Übernahme des Lausitzrings aber eine schlechte Nachricht für Motorsportfans. Der Ausbau zur Teststrecke ist nämlich nichts anderes als der Beweis, dass Rennsport sich nicht rechnet, zumindest solange nicht eine gigantische Marketingmaschine angeworfen wird. Und es gibt keinen Grund, das fehlende Geschäftsmodell durch öffentliche Zuschüsse zu ersetzen.

Quelle: F.A.Z.
Susanne Preuß - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Susanne Preuß
Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.
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