Sparkassen-Kommentar

Bis Mai

Von Hanno Mußler
 - 19:06

Georg Fahrenschon macht es der Sparkassen-Organisation nicht leicht. Dem Druck der regionalen Sparkassenverbände, sein Amt als Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands zur Verfügung zu stellen, hat sich der frühere bayerische Finanzminister bislang nicht gebeugt. Nun wollen sie ihn dazu bewegen, sein Amt bis Vertragsende im Mai ruhen zu lassen.

Fahrenschon hat eingeräumt, seine Steuererklärung für 2012 wegen allgemeiner Überlastung erst 2016 abgegeben zu haben – ein gerade für einen früheren Finanzminister schlimmer Fehler, der ihm nun Gespött einbringt. Mit Fahrenschon als oberstem Repräsentanten sind die sich gemeinwohlorientiert gebenden Sparkassen angreifbar, unabhängig davon, ob sein juristisches Vorgehen gegen den erlassenen Strafbefehl noch erfolgreich sein wird.

Irreparabel ist wohl auch der interne Vertrauensverlust, den Fahrenschon verursacht hat. Schließlich hat er so gut wie niemandem von dem Strafbefehl erzählt und wollte sich für weitere sechs Jahre wiederwählen lassen. Aus dem Kreis der regionalen Sparkassenverbandspräsidenten, die am Dienstag lange tagten, sticht aber kein Nachfolger hervor. Der bisher profillose Vizepräsident Thomas Mang, Präsident des niedersächsischen Verbandes, ist nun aber zumindest bis Mai der neue starke Mann der Sparkassengruppe.

Quelle: F.A.Z.
Hanno  Mußler - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Hanno Mußler
Redakteur in der Wirtschaft.
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