Produktionsengpässe

Ein Tesla per Hand zusammengeschraubt

 - 13:54

Die Produktionsengpässe beim amerikanischen Autobauer Tesla sind anscheinend noch deutlich größer als bisher bekannt. Nicht nur verschiebt das Unternehmen abermals die Präsentation seines neuen Sattelzugs. Auch berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Personen, dass bis vor kurzem noch erheblich Teile des „Model 3s“ per Hand gefertigt worden seien.

Bislang machte der Hersteller nicht näher definierte „Produktionsengpässe“ dafür verantwortlich, dass nur ein Teil der versprochenen 1500 Model-3s-Autos fertig geworden sind. Das 35.000 Dollar teure Fahrzeug sollte der Wegbereiter für Tesla-Elektroauto zur Mainstream-Kundschaft sein.

Doch von Analysten, Investoren und Kunden unbemerkt sollen noch Anfang September größere Teile des Automodells abseits der automatisierten Produktionsstraße in Handarbeit gemacht worden sein. Die Produktion des Autos sei schon Anfang Juli gestartet, die fortschrittliche Produktionsstraße, mit der sich Tesla sehr gebrüstet hat, sei aber noch vor ein paar Wochen nicht vollständig fertig gewesen sein, zitiert das Blatt seine Quellen.

Stück für Stück zusammengeschraubt

Fabrikarbeiter hätten die Autoteile Stück für Stück in einem gesonderten Fabrikbereich zusammengeschraubt, während das Unternehmen fieberhaft daran arbeitete, die Maschinen fertigzustellen, die für die Massenproduktion des Model 3s gebraucht werden. Das „Wall Street Journal“ zitiert Automobilexperten, die es als höchst untypisch beschreiben, dass größere Teile von Autos per Hand gefertigt werden. Weiter heißt es, eine Tesla-Sprecherin habe sich nicht äußern wollen.

Dass Elon Musk am Freitag mitteilen musste, dass Tesla nun auch noch die Vorstellung des geplanten Sattelzugs verschiebt, kommt zur Unzeit. Er soll nun erst am 16. November präsentiert werden, obwohl er ursprünglich für September geplant war. Musk hatte im Juli 2016 bei der Vorlage eines „Masterplans“ erklärt, ein „Tesla Semi“ - vom Englischen „semi truck“ für „Sattelzug“ - würde mehr Sicherheit bei geringeren Transportkosten bieten. Zudem kündigte er damals auch einen Bus für den öffentlichen Nahverkehr an. Nach früheren Angaben will er außerdem in eineinhalb bis zwei Jahren einen Pickup präsentieren.

Quelle: Reuters
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