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Bierkartell

Radeberger zahlt nun doch Kartellbußgeld

Von Tillmann Neuscheler
 - 13:54

Einen Tag vor dem Start des Prozesses um das sogenannte Bierkartell hat die Radeberger Gruppe aus Frankfurt überraschend ihren Einspruch gegen ein Bußgeld des Bundeskartellamts zurückgezogen. Ein Schuldeingeständnis sei damit aber nicht verbunden, betont das Unternehmen. „Die Radeberger Gruppe war nicht an Preisabsprachen beteiligt“, heißt es in einer Stellungnahme, das Unternehmen widerspreche weiterhin ausdrücklich dem Vorwurf des Kartellamts. Die zum Dr.-Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe begründet den Rückzieher mit „nicht kalkulierbaren finanziellen Risiken“ des Verfahrens. Nach „reiflichem Abwägen“ habe man sich entschieden, die im April 2014 eingelegten Einsprüche nicht weiterzuverfolgen, auch „wenn dies die Inkaufnahme der Zahlung eines hohen Geldbetrags nach sich zieht“. Der Schritt sei eine „rein unternehmerische Entscheidung“.

Das Bundeskartellamt hatte Anfang 2014 wegen verbotener Preisabsprachen Geldbußen von insgesamt 338 Millionen Euro gegen elf Unternehmen, einen Verband und 14 Manager aus der Bierbranche verhängt. Es war eine der höchsten Kartellstrafen, die die Behörde je ausgesprochen hat. Ans Licht kamen die Preisabsprachen durch Aussagen von AB Inbev. Der größte Braukonzern der Welt mit den Marken Beck’s, Franziskaner und Löwenbräu kam als Kronzeuge ohne Geldbuße davon. Neben AB Inbev hatten Krombacher, Veltins und Warsteiner mit den Ermittlern kooperiert.

Während einige Brauereien das Bußgeld des Kartellamts akzeptiert und bezahlt haben, hatten Carlsberg und Radeberger angekündigt, dagegen vor Gericht zu ziehen. Ein Großteil der Geldbuße – rund 222 Millionen Euro – betraf diese beiden Unternehmen. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigte den Rückzug von Radeberger. „Der Senat prüft das jetzt“, hieß es. Zum Start des Bierkartell-Prozesses wird somit wohl nur noch über den Einspruch von Carlsberg Deutschland verhandelt. Die Verhandlung gegen drei regionale Brauereien in Nordrhein-Westfalen wurde inzwischen vom Verfahren über bundesweite Absprachen abgetrennt, da die Fälle anders gelagert seien. Ein Termin für eine Verhandlung steht hier noch aus.

Quelle: FAZ.NET
Tillmann Neuscheler
Redakteur in der Wirtschaft.
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