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Nach mehreren Skandalen

Wells Fargo warnt Anleger vor weiterem Ärger

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Die amerikanische Großbank Wells Fargo prüft nach mehreren Skandalen derzeit, ob sie weiteren Kunden finanziellen Schaden zugefügt hat. Untersucht würden Gebühren für Hypotheken, der Umgang mit eingefrorenen Sparkonten und Zusatzprodukten, teilte das Geldhaus am Freitag mit. Wells Fargo habe einen unabhängigen Berater engagiert, der die Gründe der umstrittenen Verkaufspraktiken ermitteln solle, die über Jahre hinweg anhielten. Die Prüfung soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.

Die New Yorker Banken- und Versicherungsaufsicht hatte die wegen eines Phantomkonten-Skandals in der Kritik stehende amerikanische Großbank vor ein paar Tagen vorgeladen. Grund für den Schritt ist die neue Enthüllung, wonach das Institut über Jahre für 800.000 Kreditnehmer teure Autoversicherungen ohne deren Wissen abschloss, wie aus dem Schreiben der Behörde hervorgeht. Demnach verlangt die Aufsicht von Wells Fargo die Offenlegung von Kreditverträgen sowie finanziellen Vereinbarungen mit Autohändlern und Versicherungen.

Aktionäre, Politiker und Verbraucherschützer forderten bereits eine Erklärung dafür, wie es dazu kam und warum der Konzern nicht eher an die Öffentlichkeit ging. Die Bank soll über Jahre rund zwei Millionen Konten ohne Genehmigung der Kunden eröffnet haben. Damit wollten Bankmitarbeiter offenbar hochgesteckte Verkaufsvorgaben erreichen. Wells Fargo hat sich bereits mit mehreren amerikanischen Behörden auf Geldstrafen geeinigt. Der Bank drohen aber auch strafrechtliche Konsequenzen.

Quelle: Reuters
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