Milliarden für Fußball

Kommt jetzt der Fifa-Superdeal?

Von Michael Ashelm
 - 13:27

Die Spekulationen um einen spektakulären Milliardendeal im Weltfußball erhalten weitere Nahrung. Nun ist der Name eines angeblichen Investors bekannt geworden, der zusammen mit einem bisher unbekannten Konsortium zur Übernahme von Turnieren des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) bereit stehen soll.

Wie die „Financial Times“ meldet, gehe es um den japanischen Technologieinvestor Softbank. Weitere Investoren kämen aus den Vereinigten Staaten, Saudi-Arabien und China. Es werde auch darüber nachgedacht, neben neuen Wettbewerben für Vereinsmannschaften auch weitere Turniere für Nationalteams anzubieten. Vorgesehen sei, dass die Fifa weiterhin die Mehrheit an dem Unterfangen hielte.

Mehrere Turniere

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Mittwoch berichtet hatte, könnte es um ein sagenhaft erscheinendes Angebot in Höhe von 25 Milliarden Dollar gehen. Der umstrittene Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte dazu während einer Council-Sitzung der Weltorganisation Mitte des vergangenen Monats in Bogotá den Funktionärskollegen gegenüber vage Andeutungen zu dem mutmaßlichen Interesse der Investoren gemacht.

Heraus kam, dass es sich um die jährliche Klub-Weltmeisterschaft sowie eine noch zu gründende Global Nations League für Nationalmannschaften handeln soll. Nach F.A.Z.-Informationen hatte Infantino dann keine weiteren Details mehr genannt.

60 Tage Annahmefrist

Wie andere Funktionäre forderte wohl auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, der zum Fifa-Council gehört, weitere Aufklärung. Dies bestätigte er nun: „Alle Vertreter der Uefa (europäischer Fußballverband) im Council haben darum gebeten, uns schriftlich die Eckdaten dieses Vorschlags zu übermitteln, um welche Wettbewerbe es geht, wer die Bieter sind, welche Laufzeit das Angebot umfasst“, sagte der DFB-Chef am Mittwochabend in Berlin. „Bevor diese Informationen im Einzelnen vorliegen, macht es auch wenig Sinn das zu kommentieren.“

Die derzeitigen Spekulationen reichen dahin, dass die Fifa ihre Turniere nicht verkaufen, sondern möglicherweise einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent an einer gemeinsamen Unternehmung mit dem Konsortium behalten würde. Wie zu hören ist, habe Infantino von einer Frist von 60 Tagen zur Annahme des Angebots berichtet.

Grindel betonte, dass es aufgrund des Fehlens schriftlicher Informationen keine Entscheidungsgrundlage gebe. „Was die Frage der Nations League angeht, haben wir ja bestehende Fernsehverträge, um nur ein Beispiel zu nennen. Da muss man schauen, ob es da überhaupt noch rechtliche Spielräume gibt. Insofern ist entscheidend zu wissen, über welche Zeiträume wir uns da unterhalten“, sagte der DFB-Präsident.

An der neuen Nations League, die von der Uefa aufgelegt worden war, beteiligen sich von September diesen Jahres die Nationalteams aus Europa. Die Global Nations League wäre eine Erweiterung auf alle Kontinente – wie eine WM. Die Klub-Weltmeisterschaft der Fifa wird jährlich ausgetragen. Bisher sind sieben Mannschaften startberechtigt, die in der Regel die großen Wettbewerbe in ihren jeweiligen Konföderationen gewonnen haben. Drei der letzten vier Austragungen hat Real Madrid für sich entschieden.

Quelle: FAZ.NET
Michael Ashelm
Redakteur in der Wirtschaft.
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