Volkswagen-Konzern

Abschied von Ferdinand Piëch ist vollzogen

Von Susanne Preuß
 - 21:47

Ferdinand Piëch, der die Geschicke des Volkswagen-Konzerns jahrelang prägte, hat beinahe alle Bande zu dem Familienkonzern gelöst: Seine Aktienbeteiligung hat er verkauft, und sein Aufsichtsratsmandat gibt er mit einem Monat Verzögerung mit Wirkung zum 8. Dezember ab. Das geht aus einer Mitteilung der Porsche SE hervor, die mit den Stimmen der Familien Porsche und Piëch die Funktion des Hauptaktionärs der Volkswagen AG ausübt.

Konkret geht es um ein Aktienpaket von 14,7 Prozent, das Ferdinand Piëch an der Porsche SE hielt. Er reichte es zunächst an seinen Bruder Hans Michel Piëch weiter, der allerdings einen Teil davon an die Porsches verkaufte, wie er im Interview mit dieser Zeitung im Frühjahr sagte. Der Preis des Aktienpakets wurde damals auf 900 Millionen Euro geschätzt, aber die Familienmitglieder äußerten sich dazu nicht.

Hans Michel Piëch betonte gegenüber der F.A.Z. mit Blick auf die Finanzierung des Geschäfts: „Es ist sichergestellt, dass uns keiner reinreden kann.“ Die Banken sähen die Entwicklung des Volkswagen-Konzerns sehr positiv. Das habe ihn und seine Angehörigen bestärkt, die Anteile von Ferdinand Piëch zu übernehmen. Für den Platz im Porsche-Aufsichtsrat, den der ehemalige VW-Chef seit 1981 innehatte, wird nun wohl auch Hans Michel Piëch einen Vorschlag machen, jedenfalls hat er das im Frühjahr angekündigt.

Inwieweit das Thema innerhalb der Familien geklärt ist, lässt sich nicht abschätzen. Spekuliert wurde schon über Daniell Porsche, der im Aufsichtsrat von Skoda sitzt, oder über Louise Kiesling, die dem VW-Aufsichtsrat angehört. Sie ist eine geborene Piëch, hat ihre Anteile allerdings mit der Familie Porsche gepoolt. Die Kinder von Ferdinand Piëch kommen als Kandidaten nicht in Frage, weil sie keine Anteile haben. Einzige Verbindung zwischen Ferdinand Piëch und dem Autokonzern ist noch die indirekte Beteiligung der Ferdinand Karl Beta Privatstiftung an der Porsche-und-Piëch-Familien-GmbH, die allerdings keine Einflussnahme möglich macht.

Quelle: F.A.Z.
Susanne Preuß - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Susanne Preuß
Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.
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