Volkswagen-Kommentar

Warum der VW-Vorstand verdient, was er verdient

Von Carsten Germis, Hamburg
 - 20:22

Volkswagen steht wegen des Skandals um manipulierte Dieselsoftware unter Beobachtung. Dass VW-Chef Müller im ersten Jahr, in dem das neue Vergütungssystem gilt, gleich mehr als 10 Millionen Euro verdient, ist für den grünen Fraktionsvorsitzenden Hofreiter prompt Anlass, das Bild von Managern, die sich die Taschen vollstopfen, zu bemühen.

Doch unter Müllers Führung hat VW beeindruckende Erfolge erzielt, die 2015 nach dem Abgasskandal niemand für möglich gehalten hatte. Rekorde bei Umsatz und Gewinn, eine klare Strategie für die Wende zur Elektromobilität, Beteiligung der VW-Arbeiter am Ergebnis: der Konzern steht jenseits der schwelenden Risiken im Abgasskandal besser da denn je.

Die Vorstände bekommen dafür, was sie nach den durchaus anspruchsvollen Vergütungsregeln des Konzerns verdienen. Sie stehen damit auch bei weitem nicht mehr an der Spitze der Dax-Unternehmen. Erwarten darf man von ihnen allerdings auch, von Demut und Verantwortung nicht nur zu reden. Was mag der Besitzer eines VW-Diesels wohl denken, wenn er diese Zahlen liest und hören muss, dass für eine Hardware-Nachrüstung der schmutzigen alten Diesel kein Geld da sein soll?

Quelle: F.A.Z.
Carsten Germis
Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
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