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Erfolgsmodell Emissionshandel

Von Niklas Záboji
 - 14:49

Totgesagte leben länger, und das im Falle des europäischen Emissionshandels völlig zu Recht. Der jüngste scharfe Preisanstieg für das zertifizierte Recht, CO2 in die Luft zu blasen, hat dem Königsinstrument der Klimapolitik endlich wieder jene Aufmerksamkeit beschert, die ihm im medialen Schatten der ineffizienten deutschen Energiewende gebührt. Wer hätte das gedacht? Noch vor einem Jahr kostete Energiewirtschaft und Industrie die Tonne Kohlendioxid keine 6 Euro – fast fünfmal weniger als jetzt. Mittlerweile erwarten Marktteilnehmer Rekordwerte von 30 Euro und mehr.

Die forcierte, von 2021 an greifende Senkung der gehandelten Zertifikate um jährlich 2,2 Prozent scheint Wirkung zu zeigen, der Rohstoffhunger im Gefolge der starken Konjunktur tut sein Übriges. Bei einem Preis, der seinen Höhenflug womöglich gerade erst begonnen hat, überlegen es sich Zementfabriken und Hüttenwerke nun zweimal, ob sie immer teurere Zertifikate erstehen oder vielleicht doch lieber heute als morgen auf emissionsarme Anlagen umrüsten. Damit ist der Erfüllung des Klimaziels der EU, im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 gegenüber 1990 um mindestens 40 Prozent zu senken, der Weg geebnet.

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Quelle: F.A.Z.
Niklas Záboji
Redakteur in der Wirtschaft.
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