Wirtschaftspolitik
Kommentar

Rückschlüsse aus dem Ei

Von Bernd Freytag

Kein Mensch will Rückstände von Insektengiften essen. Weder im Frühstücksei noch im Schnitzel noch im Tofuburger. Deshalb wird in Europa darum gerungen, welche chemischen Mittel wann eingesetzt werden dürfen, um Schädlinge zu bekämpfen, den Ernteertrag zu steigern und trotzdem sichere Lebensmittel zu gewährleisten. Dieser Prozess ist häufig umstritten, Unternehmen, Politik, Umweltverbände und Verbraucher kämpfen mit harten Bandagen, und nicht immer ist am Ende jeder zufrieden.

Ungeachtet der Debatten bleibt festzuhalten, dass die Ergebnisse so schlecht nicht sind: gemessen an der Lebensmittelsicherheit, leben die Europäer im Schlaraffenland. Wer sich in fernen Gefilden eine Mineralwasserflasche kauft, um nicht mit Leitungswasser die Zähne putzen zu müssen, möge sich daran erinnern. Dass es trotz ausgeklügelter Prozesse vereinzelt auch in Europa zu Lebensmittelskandalen kommt wie dem um die mit dem Insektengift Fipronil kontaminierten Hühnereier, hat meist andere Gründe.

So auch hier: Vorausgesetzt die Ermittler behalten recht, steckt eine Straftat dahinter. Hersteller wie die BASF allerdings tragen Ansehensverlust und wirtschaftliche Folgen mit – und müssen entsprechend reagieren. Dabei waren die Vorgaben eindeutig. Fipronil ist für die Desinfektion in Hühnerställen nicht zugelassen.

Quelle: F.A.Z.
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