Kommentar

Desaster Geldanlage

Von Daniel Mohr
 - 18:06

Die Rendite der Geldanlage der Deutschen im ersten Quartal ist mit 0,4 Prozent dürftig. Die Zahlen der Bundesbank sind ein Desaster. Deutsche Unternehmen erzielen Rekordgewinne und schütten Rekorddividenden aus. Die Anteilseigner sind begeistert. Nur die Deutschen wollen davon nichts wissen.

Sie halten die Beteiligung an der deutschen Wirtschaft für zu riskant und empfinden es als sicherer, 2,2 Billionen Euro zinslos bei den Banken zu bunkern, die zu klamm sind, die geforderten 0,8 Prozent der Einlagen bis 100.000 Euro für Sicherungstöpfe vorzusehen. Nur gut 5 Milliarden Euro haben sie zur Absicherung von 1,7 Billionen Euro bereitgestellt.

Ja, der Staat rettet die Sparer irgendwie im Notfall. Ja, auch klamme Versicherer können unter die schützende Hand flüchten. Doch Geldanlage sollte aus mehr bestehen als ängstlichem Abwarten. Leider ist die politische Lobby in Deutschland genauso schief zugunsten von Banken und Versicherern verteilt wie die Geldanlage.

Aus eigenem Antrieb wenden sich nur 10 Prozent der Anleger dem Kapitalmarkt zu – 90 Prozent bleiben fern. Das ist für die Altersvorsorge ebenso bedauerlich wie für die Volkswirtschaft, der es an Risikokapital mangelt.

Quelle: F.A.Z.
Daniel Mohr  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Daniel Mohr
Redakteur in der Wirtschaft.
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