Kommentar

Glücklich verunsichert

Von Carsten Knop
 - 17:49

Den deutschen Konzernen geht es blendend. Das vergangene Jahr brachte beim Blick auf Umsatz und Gewinn abermals Rekorde mit sich. Für die Beschäftigten ist das eine erfreuliche, aber gewiss keine gemütliche Situation: Die Unternehmen, aber auch die Beschäftigten wissen, dass sie vor erheblichen technischen Umwälzungen stehen und die Welt insgesamt unsicherer geworden ist.

Beides erfordert eine größere Flexibilität und führt, verbunden mit den noch immer niedrigen Zinsen, zu steigenden Investitionen sowie zu Verkaufs- und Übernahmeaktivitäten, die das Gesicht einiger Konzerne erheblich verändern. Verbunden sind diese Veränderungen meist mit Effizienz- und Sparprogrammen, die angesichts der soliden Gewinnsituation nicht immer leicht zu vermitteln sind.

Das führt mitunter zur Situation, dass es Unternehmen und Mitarbeitern einerseits blendend geht, die Unsicherheit andererseits dennoch groß ist. In einer solchen Phase gilt es für die Manager, besonders sensibel mit der Gefühlswelt ihrer Mitarbeiter umzugehen, was nicht überall gelingt.

Nun war die Zukunft aber schon immer ungewiss – und deshalb ist es gut, dass die Kassen der Unternehmen in einer solchen Situation gut gefüllt sind. Allein die Dax-Konzerne verfügen über liquide Mittel von gut 90 Milliarden Euro. Zumindest das vermittelt in einer ungewissen Zukunft auch etwas Sicherheit.

Quelle: F.A.Z.
Carsten Knop - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Carsten Knop
verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung und Unternehmen.
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