Wirtschaftspolitik
Kommentar

So wird das nichts mit Trumps Wirtschaftswunder

Von Winand von Petersdorff

Die unparteiischen Budgetexperten des amerikanischen Kongresses haben nüchtern festgehalten, dass sie Donald Trumps Zuversicht in die positiven Effekte seiner Wirtschaftspolitik nicht teilen. Dessen zehnjähriger Haushaltsplan fußt auf der Annahme, dass seine Wirtschaftspolitik ein Wirtschaftswunder auslöst.

Das unterstellte Wachstum ist grob doppelt so hoch wie von nahezu allen Experten kalkuliert. Und am Ende steht trotz geplanter Steuersenkungen sogar ein ausgeglichener Haushalt. Was die Wachstumserwartungen angeht, zeigt Trump sich optimistischer als Ronald Reagan in seiner sonnigsten Phase. Der hatte die positive Wirkung seiner Steuersenkung überschätzt und seinem Nachfolger ein riesiges Haushaltsloch hinterlassen.

Trump glaubt, durch Deregulierung, Steuersenkung und Infrastrukturprogramme einen Schub auslösen zu können, den die Welt lange nicht gesehen hat in reifen Industrienationen. Diese Wirtschaftspolitik kann man vertreten, man muss sie aber auch durchsetzen. In dieser Hinsicht hat Trump bisher nichts vorzuweisen. Zugleich konterkariert er die Wachstumspolitik mit protektionistischen Anwandlungen und Immigrationsbegrenzung. So wird das nichts.

© AP, reuters
Quelle: F.A.Z.
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Donald Trump | Steuersenkung