FAZ plus ArtikelWohnungsnot in Großstädten

Das Potential liegt unterm Dach

Von Christian Hunziker, Berlin
 - 12:53

Über den Häusern muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Kilometerweit schweift der Blick von der Dachterrasse in der Riehlstraße im Berliner Stadtteil Charlottenburg über die deutsche Hauptstadt, und selbst die Stadtautobahn und die S-Bahn-Trasse, die in kaum hundert Meter Entfernung verlaufen, scheinen weit weg zu sein. Die Terrasse gehört zu einer der fünf neu entstandenen Wohnungen im Dachgeschoss eines Gründerzeitbaus, welche die Berliner Fortis Group derzeit vermarktet. Nach Ansicht von Fortis-Geschäftsführer Mark Heydenreich kommt diesem Ausbau des Dachgeschosses grundsätzliche Bedeutung im Kampf gegen den Wohnungsmangel zu: „Wir sehen ein großes Potential in der Nachverdichtung der Bestandsgebäude durch Aufstockung und insbesondere durch den Ausbau der bisher ungenutzten Dachgeschossflächen.“

Damit gehört der Fortis-Chef zu einer ganzen Reihe von Fachleuten, die vor dem Hintergrund des immer enger werdenden Wohnungsmarkts den Blick auf die Flächen unter dem Dach richten. Bereits 2015 kam eine Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel-Instituts zum Ergebnis, dass 580.000 deutsche Mehrfamilienhäuser für den Ausbau des Daches oder die Aufstockung geeignet seien. Das damit verbundene theoretische Wohnungspotential bezifferten die Forscher auf 1,1 Millionen. Nach Ansicht von Axel Gedaschko, dem Präsidenten des wohnungswirtschaftlichen Dachverbandes GdW, können Dachaufstockungen deshalb „als ein Baustein einer großangelegten Wohnraumoffensive einen entscheidenden Beitrag zur Lösung des Wohnungsmangels vor allem im innerstädtischen Bereich leisten“.

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Quelle: F.A.Z.
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