Pflegeleicht und unverwüstlich

Mit diesen Pflanzen machen Sie nichts falsch

Von Ina Sperl
 - 15:09
zur Bildergalerie

Narzissen leuchten, Rosen zeigen erste Triebe, und der Rasen sprießt: Der Frühling ist da. Mit ihm erwacht auch die Lust zum Pflanzen und Neugestalten. Denn jetzt ist der Garten wieder einladend. Im Kopf sind Bilder von blühenden Rabatten. Von schönen kräftigen Stauden und duftenden Blüten, um die Insekten schwirren. Doch wie sieht es draußen in den Beeten aus? Der Lavendel ist erfroren beim letzten Frost, die Stockrosen denken nicht daran, sich selbst zu vermehren, und war der Rittersporn im vergangenen Jahr nicht eine einzige Enttäuschung? Vielleicht sind die Gewächse zu zimperlich, vielleicht ist der Standort nicht der passende. Mehr Gärtnerglück versprechen Stauden, die als robust und langlebig bekannt sind und auch sogar ohne allzu grünen Daumen gedeihen.

Natürlich hängt es vom Standort ab. Unter Nadelbäumen, am Fuß einer Nordwand oder auf der Südterrasse ist es schwierig. Um solche Plätze zu bepflanzen, braucht es gute Kenntnis oder Beratung. Aber im durchschnittlichen Gartenbeet, das etwa einen halben Tag lang Sonne bekommt, das zudem weder staubtrocken noch sumpfig ist, kann eine Bepflanzung gelingen, die von Frühjahr bis zum Winter gut aussieht. Es kommt nur auf die Auswahl an. Die folgenden Pflanzen sind völlig unkompliziert und lassen sich zudem gut untereinander kombinieren.

Storchschnabel

Frisches grünes Laub, über den von Mai an violette, bläuliche oder rosa Blüten stehen, machen den Storchschnabel zu einer beliebten Pflanze. Er bildet eine Decke, die keine ungewünschten Kräuter mehr hochkommen lässt. Da die Gattung weitverbreitet ist, gibt es für fast jeden Standort den passenden Storchschnabel. Die Prächtigsten sind der Große und der Wiesenstorchschnabel (Geranium x magnificium, Geranium pratense), zum Beispiel die Sorte ’Rosemoor‘ mit sattem Lilaton und Äderung. Am häufigsten vertreten in Gärten ist seit einigen Jahren die hellblaue Sorte ’Rozanne‘, die ab Juli unermüdlich blüht. Die Stauden können jahrelang ohne große Pflege am selben Ort bleiben. Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum) wächst sogar dort, wo sonst kaum etwas gedeiht, im trockenen Boden unter hohen Bäumen. Violette Blüten hat die Sorte ’Czakor‘, weiße die Sorte ’Spessart‘. Sein einziger Nachteil: Der Duft des Laubs ist gewöhnungsbedürftig.

Taglilie

Karl Foerster soll sie als „Blüte für intelligente Faule“ bezeichnet haben. Denn einmal etabliert, wachsen Taglilien (Hemerocallis) vor sich hin und machen keine Arbeit. Lediglich etwas Dünger können sie vertragen. Ihre hellgrünen Spitzen zeigen schon mitten im Winter an, dass irgendwann der Frühling kommt. Die Blüten, die übrigens essbar sind, erscheinen im Sommer. Im Herbst bleiben kräftige Laubbüschel stehen, die die freie Erde kaschieren. Taglilien gibt es inzwischen in allen möglichen Blütenformen und Farbtönen zwischen Weiß und Rostrot. Zu den robustesten Sorten gehören die Braunrote oder auch Bahnwärter-Taglilie (Hemerocallis fulva). Sie wird rund 80 Zentimeter hoch und blüht von Juni an. Höher, aber zierlicher im Wuchs ist die Wildform Hemerocallis citrina mit hellgelben, schmalen Blütenblättern. Bei den zahlreichen Hybriden zählen die goldgelbe ’Reverend Traub‘ und die gelblich-grüne ’Yamashita‘ zu den zuverlässigsten.

Kerzenknöterich

Schlingende Ranken, die alles unter sich begraben, oder rasant wachsende Wucherer, die sich vielerorts ausbreiten und deren niemand mehr Herr wird: Knöterich hat nicht das beste Image. Der Kerzenknöterich jedoch gehört einer anderen Gattung an als seine ungestümen Namensvettern und darf ruhig ins Beet. Sicher gibt es auch hier Sorten, die gerne ein bisschen Raum einnehmen. Aber das Gros der Knöteriche (Persicaria) ist einfach eine dankbare Gartenpflanze, die ohne viel Aufhebens wächst, blüht und gedeiht. Schon im Juni blüht die Sorte ’Early Pink Lady‘, sehr kräftigen Wuchs hat ’Fire Dance‘ mit warm roten Blüten. ’Black Adder‘ hat gedrungene, sehr dunkle Knospen, die sich rostrot öffnen. ’White Eastfield‘ wird etwa 80 Zentimeter hoch und trägt lockere weiße Blütenkerzen, ’Pink Elephant‘ wird nur etwa halb so hoch und ist eine der niedrigsten Sorten. Kerzenknöterich bleibt bis weit in den Oktober hinein schön.

Fetthenne

Nur eins kann sie nicht vertragen, und das ist Staunässe. Ansonsten ist die Fetthenne eine der robustesten Stauden überhaupt, mit ihr macht man nichts falsch. Aus kleinen Rosetten im Frühjahr wachsen bis zum Hochsommer stattliche Pflanzen heran. Praktisch: Die Blütenstiele können den Winter über stehen gelassen werden, denn sie sehen auch mit Raureif oder Schnee gut aus. Fürs Beet eignet sich am besten die Hohe Fetthenne (Hylotelephium), die meist etwa einen halben Meter hoch wird. Die Sorte ’Brilliant‘ gilt als besonders standfest, sie hat hellgrünes Laub und blüht pinkfarben. ’Herbstfreude‘ wird sogar noch höher und gilt ebenfalls als äußerst robust. Eine der stolzesten ist die Sorte ’Matrona‘: Sie ist eine imposante Erscheinung mit ihren kräftigen rötlichen Stängeln, dem dunklen Laub und blassrosafarbenen Blüten. Sorten mit dunkelrotem Laub wie etwa ’Jose Aubergine‘ oder ’Karfunkelstein‘ wachsen oft nicht ganz so kräftig, wenn sie nicht auf gut durchlässigem, sonnendurchwärmten Boden stehen.

Aster

Kein Herbst ohne Astern! Sie blühen unermüdlich, wenn in den Beeten allmählich Ruhe einkehrt. Doch das Sortiment ist unüberschaubar groß bei 180 Arten und unzähligen Sorten. Zu den robustesten und größten gehören Raublatt-Astern (Aster novae-angliae): Rein weiß blüht die Sorte ’Herbstschnee‘, in dunklem Pink ’Alma Poetschke‘. Die Berg-Aster (Aster amellus) bleibt kleiner, die Sorte ’Blue King‘ wird etwa einen halben Meter hoch und bekommt schon ab Juli lilablaue Blüten. Etwas später dran ist die Sommeraster-Hybride (Aster frickartii) ’Mönch‘, die besonders ausdauernd ist. Wer es natürlicher mag und einen trockenen, schattigen Standort hat: Die Kleinblütige Aster (Aster divaricatus) ist eine Wildart für den Gehölzrand, im Spätsommer hellt sie die schattigen Stellen mit unzähligen weißen Blütensternen auf.

Chinaschilf

Schlanke Halme und feines Laub bildet einen guten Kontrast zu den Blatt- und Blütenformen der Stauden. Gräser passen also gut ins Beet, vor allem bieten sie auch noch etwas für den Winter. Zu den pflegeleichtesten gehört das Chinaschilf (Miscanthus sinensis), dessen Wedel besonders im Gegenlicht zur Geltung kommen. Das Gras bildet über die Jahre kräftige Büschel, die je nach Sorte zu einer deutlichen Präsenz heranwachsen. Gut zu wissen, wie groß die Pflanzen werden können, denn die ’Große Fontäne‘ etwa mit zweieinhalb Metern Höhe und entsprechend ausladendem Wuchs sprengt kleine Beete. Große Horste bildet auch die Sorte ’Malepartus‘, deren Blüten rötlich glänzen und später silberfarben ausblassen. Ins kleinere Beet passt eher‚ ’Adagio‘, ein Chinaschilf, das kaum höher als 1,50 Meter wird. Völlig anderen Charakter haben die Sorten mit gestreiftem Laub, ’Zebrinus‘, ’Strictus‘ oder ’Little Zebra‘, die mitunter an ein Stachelschwein erinnern.

Hartriegel

Wenn Platz für ein Gehölz ist, dann ist Hartriegel (Cornus) genau der richtige. Er stellt so gut wie keine Ansprüche an seinen Standort, wächst schnell, lässt sich auch ohne allzu große Fachkenntnis zurückschneiden. Er hat nicht nur schöne Blüten und schmückende Früchte, sondern auch noch eine spektakuläre Winterfarbe: Je nach Sorte leuchtet die Rinde in Rot- oder Gelbtönen. Der Weißbunte Hartriegel (Cornus alba ’Elegantissima‘) ist besonders hart im Nehmen, er wird schnell groß und nimmt Raum ein, bis er gestutzt wird. Ähnlich verhält sich der Sibirische oder Purpur-Hartriegel (Cornus alba ’Sibirica‘), der allerdings rein grünes Laub hat. Der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea) bekommt schönes rotes Laub im Herbst und eine braunrote Rinde. Viele Sorten gibt es, die spektakulärste Rindenfärbung hat ’Winter Beauty‘ oder auch ’Winter Flame‘: unten gelb, oben orangefarben – lodernd wie ein Feuer.

Quelle: F.A.S.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenPink