Deutsche Universitätsstädte

So viel zahlen Studenten für ein WG-Zimmer

 - 17:42

In den begehrtesten deutschen Universitätsstädten spitzt sich die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt weiter zu. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts, die 96 Hochschulstandorte mit mehr als 5000 Studierenden in den Blick nimmt und der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag. In München wurde demnach erstmals der Durchschnitt von 600 Euro für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft (WG) erreicht. Das sind 30 Euro mehr als vor einem Jahr.

Weit über dem durchschnittlichen WG-Zimmerpreis von 363 Euro liegen auch Frankfurt am Main mit 480 Euro, Hamburg und Stuttgart mit 450 Euro sowie Köln und Berlin mit 420 Euro. In diesen Städten zogen die durchschnittlichen WG-Zimmermieten ebenfalls um 20 bis 30 Euro an. Die günstigsten WG-Zimmer gibt es laut Studie in Chemnitz. Dort zahlen Studierende durchschnittlich 230 Euro.

Lediglich in vier weiteren Städten im Osten der Bundesrepublik gibt es laut der Studie WG-Zimmer zu Durchschnittspreisen von höchstens 250 Euro, was der BAföG-Wohnkostenpauschale entspricht. „Diese amtliche Zahl spiegelt die Situation gerade in nachgefragten Hochschulstädten in keiner Weise wider“, erklärte der Direktor des Moses-Mendelssohn-Instituts, Stefan Brauckmann. Dabei seien WG-Zimmer für Studenten noch die günstigste Wohngelegenheit. Wer eine eigene kleine Wohnung suche, zahle deutlich mehr.

Die Schere geht weiter auseinander

Die Städte mit den teuersten WG-Zimmern zählen auch zur Spitzengruppe jener Unistandorte, in denen der Wohnungsmarkt besonders angespannt ist. In den Top 10 dieses Rankings sind laut der Studie auch Darmstadt, Tübingen, Freiburg und Konstanz. Auch in Düsseldorf, Karlsruhe, Mannheim, Erlangen, Augsburg, Heilbronn, Osnabrück, Würzburg, Braunschweig, Reutlingen, Potsdam, Kassel und Flensburg sei es spürbar schwieriger geworden, eine Wohnung zu finden.

Dabei gehe die Schere weiter auseinander, erklärte Brauckmann. „Wir haben auf der einen Seite gefragte Standorte, in denen die Studierendenzahlen und die WG-Preise steigen, während deutlich günstigere Standorte trotz des Kostenvorteils weniger gefragt sind.“

Selbst in teuren Unistädten seien viele Studierende bei der Wohnungssuche jedoch wählerisch, erklärte Brauckmann. Statt in günstigere Stadtteile zu ziehen, gingen sie bei der Ausstattung ihrer Unterkünfte Kompromisse ein, wenn das Angebot an Kneipen, Kultur und anderen Freizeitangeboten im Wohnumfeld stimme. Entsprechend unterschiedlich entwickelten sich städteintern auch die Unterkunftspreise.

Für das sogenannte Anspannungsscoring der Studie wurden neben dem Durchschnittspreis unter anderem auch Angebot und Nachfrage sowie die Konkurrenz durch andere Wohnungssuchende aus dem In- und Ausland bewertet. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Internetportal „WG-gesucht“ erstellt. Auftraggeber war der Immobilienentwickler GBI.

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Quelle: AFP
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