Archäologie

Sensationsfund in der Cheops-Pyramide

 - 15:23

Mit Hilfe von kosmischen Strahlen hat eine internationale Forschergruppe einen mindestens 30 Meter langen Hohlraum in der großen Pyramide von Gizeh entdeckt. Die Ergebnisse seien ein Durchbruch für das Verständnis der internen Struktur der Cheops-Pyramide, schreiben die Forscher um Mehdi Tayoubi vom HIP-Institut in Paris in einem Aufsatz, den die Zeitschrift „Nature“ in ihrer Online-Ausgabe jetzt veröffentlicht hat.

„Wir wissen nicht, was es mit dem Hohlraum auf sich hat“, sagte Tayoubi, „deswegen wollen wir auch nicht von einer Kammer sprechen.“ Aber die Ausmaße des Raumes seien ungewöhnlich groß. Der Hohlraum verläuft mehrere Meter über der Großen Galerie, die vom nördlichen Eingang der Pyramide zur Königshalle führt. Der nicht zugängliche Korridor habe schätzungsweise die Querschnittsmaße der Großen Galerie. Dadurch sei er zu groß für einen Belüftungsschacht.

Drei Teams verschiedener Institute und Universitäten aus Frankreich und Japan untersuchen seit zwei Jahren die 4500 Jahre alte Pyramide in Gizeh. Dabei nutzen die Forscher sogenannte Myonen, die ein Nebenprodukt kosmischer Strahlung sind. Ähnlich wie Röntgenstrahlen beim menschlichen Körper können diese Elementarteilchen Hunderte Meter Stein durchdringen, so die Forscher. Indem man die Verteilung der eintreffenden Myonen im Inneren des gigantischen Grabmals vermessen hat, ließen sich die Lage und der Verlauf des Hohlraums ermitteln.

Die Cheops-Pyramide ist die älteste und größte der drei Pyramiden auf dem Gizeh-Plateau bei Kairo. Sie zählt zu den sieben Weltwundern der Antike und ist 139 Meter hoch und 230 Meter lang. Sie wurde während der Regierungszeit von Pharao Cheops (2509 bis 2483 v. Chr.) gebaut und gibt den Forschern bis heute Rätsel auf. So weiß man immer noch nicht definitiv, wie die alten Ägypter ein solches Bauwerk errichten konnten.

Quelle: FAZ.net, dpa, mli
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