Dreißigjähriger Krieg

Das große Sterben

Von Ulf von Rauchhaupt
 - 14:26

Fake News müssen sich bereits im frühen 17. Jahrhundert bevorzugt ausgebreitet haben. Wie sonst erklärt sich ein Titel wie „Warhaffte und eygentliche Relation von der blutigen Schlacht zwischen der Königl. Majestät zu Schweden und der Käyserlichen Armee den 5. und 6. Novembris deß 1632. Jahrs bey Lützen, zwo Meil wegs von Leipzig vorgangen und geschehen. Auß Erfurt vom 12. Novembris, 1632.“ Der anonyme Verfasser des so überschriebenen Berichtes, der sogenannten „Erfurter Relation“, war vermutlich Mitarbeiter der schwedischen Feldkanzlei und hatte es offenbar eilig, seinen mit dem königlichen Wappen versehenen Text weniger „warhafften“ und nicht „eygentlichen“ Beschreibungen besagter Schlacht entgegenzusetzen.

Tatsächlich gibt es zum Dreißigjährigen Krieg fast schon eine Überfülle an zeitgenössischen Schriftquellen. Denn so archaisch uns rückblickend die Kämpfe erscheinen, in denen die Soldaten teilweise noch eiserne Rüstungen trugen und mit langen Lanzen, den Piken, aufeinander losgingen – den Buchdruck gab es damals schon fast zweihundert Jahre. Außerdem sind dreißig Jahre eine lange Zeit. Sie begannen am 23. Mai 1618, als rund zweihundert Vertreter der protestantischen Stände Böhmens drei Repräsentanten des katholischen Königs im Alten Palast zu Prag aus dem Fenster warfen. Alle drei überlebten übrigens. Etwa 1,7 Millionen Soldaten und mehr als zehn Millionen Zivilisten hatten nicht so viel Glück. Die wenigsten Opfer des Dreißigjährigen Krieges fielen allerdings Waffen zum Opfer – selbst von den Soldaten starb nur etwa jeder siebte im Kampf, sondern Seuchen, Hunger und der allgemeinen Rechtlosigkeit und moralischen Verwahrlosung, in denen weite Teile des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation bis zum Westfälischen Frieden 1648 versanken.

Über Details aus den vier Teilkonflikten (siehe Kasten „Abwesenheit von Frieden“) informieren uns aber nicht nur sich offiziell gebende Flugschriften wie die Erfurter Relation, sondern ein weites Spektrum an Texten. Es reicht von Originaldokumenten wie der Depesche des kaiserlichen Feldherrn Albrecht von Wallenstein an den vor Lützen getöteten Feldmarschall Pappenheim, dessen Blut das Papier durchtränkt hat, bis zu literarischen Verarbeitungen wie dem „Simplicissimus“ des Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen. Und es gibt persönliche Aufzeichnungen wie die Kriegserinnerungen des Söldners Peter Hagendorf, die erst 1988 entdeckt wurden.

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400. JahrestagPrager Fenstersturz

Aber da sind auch noch unmittelbare Spuren des Desasters: Überreste von Menschen und Material in den Böden einstiger Lager und Kampfplätze. Deren wissenschaftliche Untersuchung, die Schlachtfeldarchäologie, hat in jüngerer Zeit zu drei Schlachten des Dreißigjährigen Krieges neue Daten zutage gefördert: die 1636 geschlagene Schlacht bei Wittstock an der Dosse im Brandenburg, an der auch Grimmelshausens Romanheld teilnimmt, um die bei Alerheim in bayerisch Schwaben 1645 und um die „blutige Schlacht bey Lützen“ im Jahr 1632.

Damals schon gab es eine Medialisierung des Krieges

Die Schlacht bei Lützen war vielleicht die folgenreichste des Krieges. Damals traten 18 000 Mann unter schwedischer Führung gegen die ähnlich starke Armee Wallensteins an. Die Schweden erlitten die größeren Verluste – vielleicht nicht hinsichtlich ihres Anteils an den 6000 bis 9000 Gefallenen, über den verschiedene Zahlen kursieren, aber wohl durch den Tod ihres Königs Gustav II. Adolf, den energischen Anführer der protestantischen Seite, der, hätte er überlebt, den Krieg möglicherweise bis nach Wien vor die Haustür des Kaisers getragen hätte.

Gustav Adolfs wegen ist der Dreißigjährige Krieg für manche Schweden bis heute eine große Epoche ihrer Nation. Und Lützen gilt seit der medial enorm einflussreichen Erfurter Relation als ein schwedischer Sieg, den manche Details noch strahlender machten. So zeigt etwa der unten wiedergegebene Stich die in der Relation erwähnten Schützengräben, welche Wallenstein beiderseits der Straße nach Leipzig habe anlegen und mit Musketieren bemannen lassen. Diese Gräben hätten Soldaten des Schwedenkönigs erst in hartem Kampf überwinden müssen. Zwei Stunden später, nachdem Feldmarschall Pappenheim die Kaiserlichen verstärkt hatte, starb Gustav II. Adolf. Wo man seine Leiche fand, werden bis heute Gedenkfeiern abgehalten.

Bleikugel-Statistik

Erst im Jahr 2006 begann man sich den Ort archäologisch anzusehen. Fünf Jahre lang wurde ein Drittel des Lützener Schlachtfeldes im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt prospektiert. Diese bisher umfangreichste Untersuchung eines Schlachtfeldes brachte rund elftausend Einzelfunde ans Licht. Allerdings keine Schwerter, Helme oder Feuerwaffen – dergleichen war gleich nach der Schlacht ebenso eingesammelt oder geplündert worden wie Schuhe und Oberbekleidung der Gefallenen. Doch abgerissene Knöpfe oder Schnallen, Münzen oder Munitionsreste sind, wenn sie sorgfältig kartiert werden, für moderne Archäologen oft nicht weniger interessant. Auch in Wittstock wurde die Walstatt von 1636 seit 2009 systematisch abgesucht.

Schon aufgrund ihrer schieren Menge gehören Bleigeschosse zu den aufschlussreichsten dieser Kleinfunde. Sie stammen aus Pistolen, Karabinern – das sind kurze Vorderladergewehre der Reiterei – oder Musketen und erlauben statistische Aussagen, etwa darüber, wo sich welche Art von Kampfgeschehen verdichtet hatte. In Wittstock wurden etwa 900 solcher Bleikugeln gefunden, in Lützen rund 2700. Doch mitunter passen die Kugelstatistiken nicht zum überlieferten Bild des Schlachtgeschehens. So war man zuvor davon ausgegangen, die Schweden hätten sich in Lützen nicht zuletzt aufgrund ihrer neuen Musketen behaupten können. Diese wogen nämlich nur etwas mehr als die Hälfte der bis dato üblichen mehr als sieben Kilo schweren Ungetüme und konnten ohne stützende Gabel abgefeuert werden. Doch wie die Projektilfunde zeigten, schossen in Lützen beide Armeen überwiegend mit Musketen alten Typs. Höchstens jeder zehnte schwedische Musketier war mit der neuen Feuerwaffe ausgerüstet. Und von Wallensteins Schützengräben, welche die Schweden angeblich erst heldenhaft hätten überwinden müssen, fand sich keine Spur.

Drei Massengräber

Öffentlichkeitswirksamer, aber auch wissenschaftlich oft aufschlussreich sind Funde menschlicher Überreste. Massengräber wurden auf den Schlachtfeldern von Alerheim, Wittstock und Lützen gefunden. Letzteres enthielt 47 gut erhaltene Skelette, die im November 2011 samt dem umgebenden Erdreich in einer spektakulären Blockbergung ins Landesmuseum nach Halle gebracht, dort umfassend untersucht und schließlich Mittelpunkt einer Sonderausstellung wurden. Hinzu kommen mehrere Skelettfunde jeweils weniger Individuen, die wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen zwischen 1618 und 1648 stehen, darunter Gräber von 21 Personen auf dem Areal eines schwedischen Feldlagers von Latdorf in Sachsen-Anhalt.

Diese Funde zeigen die ganze Bandbreite des damaligen Umgangs mit den Toten. Die 21 Bestatteten von Latdorf waren zwar notdürftig, doch mit einem gewissen Maß an Pietät unter die Erde gekommen, nämlich ordentlich bekleidet. An den 88 Skeletten von Wittstock dagegen fanden sich nur in wenigen Fällen Knöpfe und Ösen, die auf Oberbekleidung schließen lassen. Die meisten waren offenbar gleich nach der Schlacht bis auf die Unterwäsche ausgeraubt worden. In vier Lagen übereinander lagen sie dort wenigstens in Reih und Glied, was vermuten lässt, dass die Totengräber Soldaten waren, vermutlich Angehörige der bei Wittstock siegreichen schwedischen Verbände. In Alerheim wiederum waren die französischen, Weimarer und hessischen Truppen nach ihrem Sieg über die kaiserlichen Bayern längst abgezogen, als sich zwei Monate später jemand fand, der die insgesamt 1900 halbverwesten Leichen verscharrte.

Die Not in den Knochen

In den drei Massengräbern lagen ausschließlich junge Männer. Viele waren unter 20, nur wenige über 40. In Alerheim war der Anteil der unter Zwanzigjährigen viel höher als in Lützen und Wittstock. Das ist kaum verwunderlich, denn 1645 tobten die Kämpfe schon mehr als zwei Jahrzehnte, in denen immer jüngere Leute ausgehoben wurden oder sich aus blanker Not einer Armee anschlossen.

Die Soldaten in Lützen wie in Wittstock unterschieden sich hinsichtlich ihrer Körpergröße nicht signifikant von der allgemeinen Bevölkerung. Auch hatten gut 70 Prozent als Kinder Hunger oder andere Not gelitten, wie Defekte in der Bildung ihres Zahnschmelzes erkennen lassen. Das erlebten sie in der Regel noch vor 1618, was zeigt, dass auch Friedenszeiten damals nicht leicht waren. Tatsächlich begann kurz vor 1600 der Höhepunkt der sogenannten Kleinen Eiszeit, eine kühlere Klimaphase mit Missernten und besonders harten Wintern. Obendrein hatte schon vor Kriegsbeginn eine Geldentwertung eingesetzt, die „Kipper- und Wipperzeit“. Dahinter steckte unter anderem die Prägung von Kleingeld mit einem in Relation zum Reichstaler verminderten Silbergehalt durch verschiedene Landesherrn – unter Verstoß gegen die Reichsmünzordnung. Der Zerfall des Reiches in selbstsüchtige Territorialstaaten war auch hier die Geißel der Zeit.

Satt aber dreckig

Dann machte der Krieg alles nur noch schlimmer. Was die Ernährungssituation angeht, stand man als Soldat immerhin in der Nahrungskette doch noch etwas weiter oben. Die Truppen bedienten sich zumeist bei den Bauern und Bürgern, durch deren Land sie zogen. Ob durch formale Beschlagnahmung oder blanken Raub war nur insofern ein Unterschied, als man in letzterem Fall auch um Haus und Leben zu fürchten hatte. Tatsächlich waren die Männer in den Massengräbern gut genährt. Isotopen-Analysen an den Skeletten aus Lützen fanden keinen Mangel an tierischen Proteinen. Dafür war der Stand ihrer Hygiene katastrophal. Die Männer litten unter Karies, Parodontose und schon im jungen Alter unter zum Teil stark abgekauten Zähnen, sofern diese nicht bereits ausgefallen oder gezogen waren. Ferner fanden sich im Beckenbereich einiger Skelette Reste von Wurmeiern und poröse Oberflächen an Schädeln, sogenannte Cribra cranii, die auf chronische Entzündungen oder Ekzeme infolge Parasitenbefalls hinweisen.

Infektionskrankheiten wie Ruhr, Typhus oder Pest lassen sich am Skelett oft nicht direkt nachweisen. Aber viele der Männer litten an Sinusitis, also Nasennebenhöhlenentzündungen, was auf sehr unerfreuliche Wohnquartiere schließen lässt. Mehr als ein feuchtes, verrauchtes Zelt dürfte es meist nicht gewesen sein. Unter den Wittstocker Toten hatte außerdem mindestens einer Knochentuberkulose, und dort wie in Lützen fand man einige Fälle von Syphilis. Da sich die Geschlechtskrankheit erst im tertiären Stadium an Knochen bemerkbar macht, dürfte ein weit höherer Anteil der Soldaten daran gelitten haben.

Als Krüppel bei der Kavallerie

Auch sonst hatten die Männer ein kurzes und zumeist hartes Leben hinter sich. Zwölf der untersuchten Lützener Skelette wiesen verheilte Schädelverletzungen auf, zwanzig von ihnen insgesamt 27 unreguliert verheilte Knochenbrüche. Bei einem 25- bis 30-jährigen Mann war ein Oberschenkelbruch so schräg zusammengewachsen, dass sein rechtes Bein 8,5 Zentimeter kürzer war als das linke. Laufen konnte er nur unter starkem Hinken, weshalb man aus seiner Anwesenheit auf dem Schlachtfeld schließen muss, dass es sich um einen Berittenen handelte; er war höchstwahrscheinlich ein kaiserlicher Soldat.

Denn nicht nur schriftliche Quellen sprechen dafür, dass an der Stelle des Lützener Massengrabes schwedische Infanteristen der „Blauen Brigade“ von kaiserlicher Kavallerie niedergemacht wurden. Unter den 30 Lützener Toten, bei denen Verletzungen festgestellt werden konnten, an denen sie vermutlich gestorben sind, kamen 21 durch Kopfschüsse um. Diese wurden meist aus wenigen Metern Entfernung aus Kavalleriekarabinern abgefeuert. Das unterscheidet den Lützener Befund von dem in Wittstock, wo Schädelverletzungen durch Hiebe mit Blankwaffen im Vordergrund stehen und Bleikugeln eher im rechten Brustbereich oder Unterbauch zu finden waren und ihre Opfer zuweilen auch von hinten getroffen hatten. Die Wittstocker fielen also im Nahkampfgetümmel. Vermutlich waren die meisten von ihnen auf schwedischer Seite kämpfende schottische Pikenträger und Musketiere.

Multiethnische Musketiere

Denn auch über die Herkunft der Männer können die Knochen Auskunft geben. Stabile Isotope des Elementes Strontium werden dem heranwachsenden Skelett in einem Verhältnis eingelagert, das von geologischen Gegebenheiten zu Kindheitstagen bestimmt wird. Sauerstoff-Isotope geben Aufschluss darüber, in wie kühler oder warmer Umgebung oder in welcher Höhenlange jemand aufgewachsen ist. Mittels dieser beiden Werte bekamen die Archäologen heraus, dass ein Viertel der Wittstocker Toten mit Sicherheit auf schwedischer Seite kämpfte, denn die Hälfte kam aus Schweden, Finnland oder dem damals schwedischen Lettland, die andere Hälfte waren Schotten. Unter denen, deren Isotopenwerte nicht ganz so eindeutig sind, könnten weitere 32 aus Schottland stammen.

Von den Lützener Infanteristen der „Blauen Brigade“ waren die meisten keine echten Schweden. Bei der Hälfte von ihnen ist eine skandinavische Herkunft fast auszuschließen, nur bei einem ist sie sicher. Die meisten waren sehr wahrscheinlich Deutsche. Anders als völkisch gesinnte Gustav-Adolf-Fans es sich vielleicht vorstellen, hätte der Schwedenkönig die Truppen für seine Feldzüge durch die deutschen Territorien unmöglich alle in seiner Heimat rekrutieren können. Schweden hatte damals kaum mehr als eine Million Einwohner, sein König aber im Jahr vor der Schlacht von Lützen um die 80000 Mann unter seinem Kommando. Schwedische Untertanen stellten in der Kavallerie gerade mal ein Viertel der Soldaten, bei den Fußtruppen weniger als ein Zehntel. Nicht nur die Truppen des über einen Vielvölkerstaat gebietenden Kaisers glichen also einem multiethnischen Haufen – die seiner protestantischen Gegner ebenfalls. Hier sprechen Isotopen-Analysen und Schriftquellen dieselbe Sprache.

Sehen so Sieger aus?

Etwas anders sieht es bei der Frage aus, inwieweit man bei Lützen von einem schwedischen Sieg sprechen kann, so wie es die Erfurter Relation und eine bis ins 19. Jahrhundert reichende historiographische Tradition tat. Formal hatten die Schweden gewonnen, da Wallenstein den kaiserlichen Truppen den Rückzug befohlen hatte und die meisten seiner Kanonen zurücklassen musste. Doch nimmt man den Befund des Massengrabes ernst, ergibt sich ein verstörenderes Bild: Anders als vier Jahre später in Wittstock waren die schwedischen Einheiten in Lützen nicht einmal mehr imstande, ihre eigenen Toten zu bestatten.

Lokale zivile Stellen mussten das organisieren. Ausgeführt haben es am Ende vermutlich Angehörige der unter dem Krieg am meisten leidenden Landbevölkerung und die nahmen jedem Toten auch noch das letzte Hemd, bevor sie die nackten Leiber in die Grube zerrten. Ob Absicht oder nicht, den beiden zuoberst breiteten sie dabei die Arme aus. Und einer – es ist ausgerechnet der kaiserliche Kavallerist mit dem verkürzten Bein – liegt auf dem Rücken, wie drapiert zum Zeichen eines Kreuzes.

Literatur: Thomas Brock, „Archäologie des Krieges. Die Schlachtfelder der deutschen Geschichte“. Philipp von Zabern WBG, Darmstadt 2015. Harald Meller, Michael Schefzik (Hrsg.), „Krieg. Eine archäologische Spurensuche“, Begleitbuch zur Sonderausstellung 6.11.2015 bis 22.5.2016 im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle. Sabine Eickhoff und Franz Schopper (Hrsg.), „1636 – Ihre letzte Schlacht. Leben im Dreißigjährigen Krieg“, Theiss Verlag und Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege 2012.

Abwesenheit von Frieden: Die vier Phasen des Dreißigjährigen Krieges

Der Böhmisch-Pfälzische Krieg begann mit dem Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 und der faktischen Entmachtung des katholischen böhmischen Königs Ferdinand von Habsburg. Der calvinistische Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz wurde Gegenkönig, doch Ferdinand wurde 1619 Kaiser und marschierte in Böhmen ein. Die Protestanten wehrten sich noch bis 1623, unterlagen dann aber dem kaiserlichen Heer. Damit hätte der Krieg zu Ende sein können.


Doch 1625 griff Christian IV. von Dänemark in die Konflikte im Reich ein. Im Dänisch-Niedersächsischen Krieg unterlagen seine Truppen und die seiner protestantischen Verbündeten aber 1629. Norddeutschland geriet unter direkte Kontrolle des Habsburgers


Das sah der Schwedenkönig Gustav II. Adolf gar nicht gerne und landete 1630 mit einer Streitmacht auf Usedom.Der Schwedische Krieg endete aber nicht mit dem Tod Gustav Adolfs vor Lützen, sondern erst 1635 nach der schwedischen Niederlage bei Nördlingen. Wieder hätte es eine Chance zum Frieden gegeben, aber nun neidete das eigentlich katholische Frankreich dem Haus Habsburg die Vorherrschaft im Reich. Im Bündnis mit Schweden hatte Frankreich damit am Ende Erfolg. Allerdings verlängerte der Schwedisch-Französische Krieg die Tragödie um weitere dreizehn Jahre.

Quelle: F.A.S.
Ulf von Rauchhaupt
verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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