Klimawandel

Nordsee hat sich doppelt so schnell erwärmt wie Ozeane

 - 12:06

Laut Informationen der Bundesregierung hat sich die Nordsee in den vergangenen 45 Jahren doppelt so schnell erwärmt wie die Ozeane. Die Durchschnittstemperatur der deutschen Nordsee sei in dieser Zeit um 1,67 Grad Celsius angestiegen, während es bei den Ozeanen im Durchschnitt 0,74 Grad waren.

Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ und zitiert dabei aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Am Montag werden Experten aus ganz Deutschland beim Niedersächsischen Gewässerforum in Hildesheim über Hochwasser und Klimawandel diskutieren.

Die Regierung, so die Zeitung weiter, beziehe sich bei ihren Angaben auf Daten des Weltklimarates IPCC und des Alfred-Wegener-Instituts bis zum Jahr 2010 sowie auf weitere Berechnungen, nach denen sich der Temperaturanstieg fortsetzen dürfte. Die Bundesregierung verweise darauf, dass die Wassertemperatur anhand verschiedener Berechnungen bis zum Jahr 2100 um weitere 1,7 bis 3,2 Grad ansteigen dürfte. Der Klimawandel gefährde zudem das Ökosystem und die Artenvielfalt.

„Insbesondere temperaturempfindliche Arten müssen weichen“, zitiert die Zeitung weiter aus dem Bericht, in dem das Ministerium als Beispiel den Kabeljau nenne. Stattdessen lebten inzwischen vermehrt Fischarten aus südlichen Gefilden in der Nordsee wie Roter Knurrhahn, Streifenbarbe, Sardelle und Wolfsbarsch.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden forderte ein schnelleres Gegensteuern: „Denn die Klimakatastrophe schreitet voran, auch wenn der amerikanische Präsident Donald Trump sie leugnet oder Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz sie aussitzen.“

Quelle: EPD, KNA
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