Verbotene Substanzen

Hinweise auf ein Umweltverbrechen

Von Lea-Melissa Vehling
 - 19:39

Dass die Industrie negative Folgen für die Umwelt hat, ist lange bekannt. Die Entdeckung des Ozonlochs im Jahr 1985 und der darauffolgende Beschluss des Montreal-Protokolls von 1987 jedoch, zwang so manchen Hersteller zum Umdenken: Das Protokoll richtet sich gegen Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen. Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) mussten im Zuge dessen bereits weichen. Seit 2010 ist die Produktion der Stoffe weltweit verboten. Insbesondere ist hier Trichlorfluormethan zu nennen, welches lange als Treibmittel für Aerosole und Schaumstoffe sowie als Kältemittel diente. Besonders Industriestaaten hatten zu einer hohen Belastung beigetragen. Durch atmosphärische Windströme gelangten die Stoffe in die Südhemisphäre, wo sie sich nur langsam abbauen. Hierdurch entstand ein Ungleichgewicht der Trichlorfluormethan-Konzentration zwischen Norden und Süden.

Konzentration nimmt wieder zu

Der Produktionsstopp von Trichlorfluormethan hat einen der größten Beiträge zum Rückgang von ozonschädlichen Chlorstoffen geleistet. Zwischen den Jahren 2002 und 2012 verlief der Abbau der Substanz gleichmäßig. Auch das Ungleichgewicht zwischen Nord- und Südhemisphäre sank auf nahezu Null. Wie Forscher von der University of Colorado Boulder jetzt feststellten, hat sich der Abbau des schädlichen Gases seit dem Jahr 2012 aber schlagartig um rund 50 Prozent verlangsamt. Der Trichlorfluormethan-Ausstoß ist nach Messungen der Forscher um mindestens 25 Prozent gestiegen. Auch das Ungleichgewicht der atmosphärischen Zustände in Nord und Süd hat wieder zugenommen.

Doch woher kommt die illegale Substanz?

Mit einer Computersimulation stellte die Forschungsgruppe fest, dass die Werte nicht durch die Veränderung von atmosphärischen Strömungen erklärbar sind. Daher gehen die Wissenschaftler von einer neuen Produktionsquelle der ozonzerstörenden Substanz aus. Etwa 13.000 Tonnen davon soll pro Jahr nach Einschätzung der Gruppe illegal hergestellt werden. Die Computersimulation ergab außerdem, dass sich der Produktionsort höchstwahrscheinlich in Ostasien befindet. Eine genauere Angabe könne er aufgrund fehlender Messwerte aus Asien nicht machen, so Stephen Montzka, Leiter der Studie: „Auf weitere Daten haben asiatische Organisationen Zugriff. Ich hoffe, dass diese ihre Ergebnisse sorgfältig analysieren und damit herausfinden, woher genau der Trichlorfluormethan-Ausstoß stammt“, sagt der Wissenschaftler im Gespräch. Die Ergebnisse zeigen laut Montzka, dass eine regelmäßige, unabhängige Überprüfung notwendig ist, um die Umweltziele zu erreichen.

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Quelle: FAZ.net
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