Technikradar

Was die Deutschen über Technik denken

Von Manfred Lindinger
 - 17:05

Die Mehrheit der Deutschen ist dem technischen Fortschritt gegenüber kritisch eingestellt und wollen bei umstrittenen Technologien mitbestimmen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und der Körber-Stiftung, deren Ergebnisse jetzt in Berlin vorgestellt wurden.

Danach sind zwar fast 90 Prozent der Bevölkerung davon überzeugt, dass sich der technische Fortschritt nicht aufhalten lässt. Aber nur ein Drittel erwartet, dass dadurch Herausforderungen wie Hunger, Armut und Klimawandel gelöst werden können.

Eine deutliche Mehrheit wünscht sich, dass Technik mit gesellschaftlichen Werten wie Umweltschutz und Gerechtigkeit im Einklang steht. Dabei werden die diversen Technologien differenziert eingeschätzt.

Kritisch und zurückhaltend

Während viele erwarten, dass durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen die globale Erwärmung eingeschränkt werden kann, steht ein Großteil der Befragten dem Einsatz von Robotern in der Pflege zurückhaltend gegenüber, da sie dabei eine Abnahme von Zuwendung erwarten. 50 Prozent glauben sogar, dass nur noch wohlhabende Bürger von Menschen betreut werden.

Auch die Digitalisierung betrachten die Deutschen mit gemischten Gefühlen. Rund die Hälfte der Befragten befürchtet, die Hoheit über ihre Daten zu verlieren. Noch skeptischer sind die Bundesbürger beim autonomen Fahren. Nur 18 Prozent stufen Roboterautos als zuverlässig ein. Trotz aller Skepsis glaubt jeder zweite Befragte, dass Technik die Lebensqualität nachfolgender Generationen verbessern wird. Ostdeutsche Bürger äußerten sich hier optimistischer als westdeutsche. In der Erhebung „Technik-Radar 2018“ hatte man 2000 Personen über sechzehn Jahren telefonisch befragt.

Quelle: F.A.Z.
Manfred Lindinger
Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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