Flugsaurier

Dracula in Denkendorf

Von Ulf von Rauchhaupt
 - 09:29
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Quetzalcoatlus northropi – das klingt nicht nach einer Vokabel, die man Vorschulkindern zumuten möchte. Und doch geht sie selbst vielen Dreijährigen problemlos von den Lippen. Denn es ist der Name eines geflügelten Pendants zum Tyrannosaurus rex: Eines riesenhaften Reptils der ausgehenden Kreidezeit, von dem in den frühen 1970er Jahren in Texas versteinerte Knochen eines linken Flügels gefunden wurden und das seither nicht nur in Jugendsachbüchern als das größte Lebewesen firmiert, das sich je in die Lüfte erhob.

Flugsaurier oder Pterosaurier (wörtlich „Flügelechsen“) waren die ersten Wirbeltiere, die sich in der späten Trias vor vielleicht 220 Millionen Jahren den Luftraum eroberten. Am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren gingen sie zusammen mit ihren entfernten Verwandten, den Dinosauriern, unter. Es gab sie in fast allen Größen, in denen es heute Vögel gibt, aber darüber hinaus auch in XXL-Formaten, welche Vögel, bisher jedenfalls, nie erreichten: Quetzalcoatlus northropi brachte es bis auf Flügelspannweiten zwischen zehn und elf Metern und besaß damit die Abmessungen eines kleinen Flugzeugs vom Typ Cessna 172.

Doch mit numerischen Rekorden ist das gerade bei den größten Flugsauriern, denen aus der Familie der Azhdarchidae so eine Sache. Noch nie ist von ihnen ein auch nur halbwegs vollständiges Skelett gefunden worden. Zahlen zu ihren Lebendgrößen sind immer Schätzungen. Sie beruhen auf zum Teil sehr fragmentarischen Fossilien, wobei Bruchstücke kleinerer und größerer Individuen mit kriminalistischem Scharfsinn kombiniert werden müssen, um eine Vorstellung von ihrem Körperbau und ihrer Zugehörigkeit zu einem Taxon, also etwa einer Gattung oder Art zu bekommen. Und demnach dürfte es neben Quetzalcoatlus auch andere ähnlich riesige Flugsaurier gegeben haben, zum Beispiel Hatzegopteryx thambema, eine Art aus Rumänien, die 2002 zuerst beschrieben wurde. Auch dieser Gigant lebte in der letzten Phase der Kreidezeit. Seine Reste sind indes noch spärlicher als die des Quetzalcoatlus oder anderer Azhdarchiden. Einen wissenschaftlich anerkannten Größenchampion für erdmittelalterliches Geflügel konnte es schon deswegen nicht geben.

Quetzalcoatlus ist seinen Titel los

Das hat sich am vergangenen Donnerstag geändert. Da wurde im Dinosauriermuseum Altmühltal bei Denkendorf eine Ausstellung mit 24 der wichtigsten (und schönsten) Flugsaurierfossilien eröffnet – vier von ihnen sind unten zu sehen. Denn in der Nachbarschaft liegen die 150 Millionen Jahre alten Formationen des Solnhofener Plattenkalks, einer der weltweit bedeutendsten Lagerstätten für Fossilien aus dem oberen Jura, nicht zuletzt von Flugsauriern, deren Vielfalt damals wohl gerade ihr Maximum erreichte. Das 25. Exponat aber war kein Pterosaurier aus dem Solnhofener Kalk, dafür aber eine veritable wissenschaftliche Sensation: Anlässlich der Ausstellungseröffnung wurde die Rekonstruktion des Skelettes einer neuen Pterosaurierform vorgestellt, nachdem eine dafür ausreichende Anzahl und Vielfalt von Fossiltrümmern gefunden worden war. Und obgleich die wissenschaftliche Publikation dazu noch in Vorbereitung ist, sind sich die beteiligten Paläontologen in einem Punkt einig: Das ist definitiv der größte Flugsaurier, der bislang gefunden wurde. Quetzalcoatlus northropi ist entthront.

Die Story begann 2009, als ebenfalls in Rumänien – allerdings in Schichten, die etwa 2,5 Millionen Jahre jünger sind als im Fall Hatzegopteryx thambema – ein rätselhafter Halswirbel ans Licht kam. Er war so groß und vor allem so dick, dass sein Entdecker, Mátyàs Vremir von der transsilvanischen Museumsgesellschaft, ihn zuerst einem Dinosaurier zurechnete. Zusammen mit dem deutschen Paläontologen und Fossilienhändler Raimund Albersdörfer, der Vremirs Grabungen in Transsilvanien nahe dem Ort Sebeş unterstützt, erkannte er dann aber, dass der Wirbel nicht zu einem Dino, sondern zu einem Flugsaurier gehört. Fachleute wie der Brite Mark Witton von der University of Portsmouth hielten den Wirbel bislang für ein weiteres Puzzleteil des Hatzegopteryx. Es zeige, so Witton, dass dieser Flugsaurier einen dickeren und kürzeren Hals besessen haben muss als andere Azhdarchiden. Doch dann kamen in dem kreidezeitlichen Sandsteinhang nahe Sebeş weitere Skelettteile zum Vorschein: Rippen, Teile von Schädel, Schnabel und Flügel und ein Handwurzelknochen.

Sie zeigen nun zweierlei. Erstens die außerordentliche Größe, die diese Tiere erreichen konnten, und zweitens, dass es sich keineswegs um einen Hatzegopteryx handelte. Und auch nicht um einen Quetzalcoatlus, der es nach einem Transatlantikflug nicht mehr zurück nach Texas geschafft hat – Witton und der Biomechanik-Experte Michael Habib von der Chatham University in Pittsburgh hatten 2010 abgeschätzt, dass große Azhdarchiden im Prinzip interkontinental unterwegs gewesen sein könnten. Doch die Skelettreste in der Sebeş-Formation müssen zu einer ganz anderen, bislang unbekannten Gattung gehören.

Sie flogen mit dem Ringfinger

Ihre Verwandtschaft zu den bisher entdeckten großen Azhdarchiden ist möglicherweise sogar recht weitläufig. Hinweise darauf sieht Mátyàs Vremir in Fragmenten des Unterkiefers. „Der ähnelt überhaupt nicht dem eines Azhdarchiden, sondern eher eines Tapejariden“, sagt er. Diese Schwestergruppe der Azhdarchiden starb bald nach dem Ende der mittleren Kreidezeit aus. Die neu entdeckte Form wäre demnach sehr basal, wie die Evolutionsbiologen das nennen, also eine, die sich von ihren Ursprüngen nicht weit wegentwickelt hatte. Einen wissenschaftlichen Namen hat das Wesen übrigens noch nicht. Der wird erst mit der begutachteten Publikation vergeben. Bis dahin läuft es unter „Dracula“, seines transsilvanischen Fundortes wegen.

Der Spitzname darf indes nicht zu der Annahme verführen, Flugsaurier hätten irgendwie mehr mit Fledermäusen zu tun, als dass beides Wirbeltiere sind. Fledertiere sind Säuger, keine Reptilien, und evolutionäre Kinder der Erdneuzeit, die erst sechzehn Millionen Jahre nach den letzten Pterosauriern auftraten. Und sie spannen ihre Flughäute mit vier verlängerten Fingern auf, während ihre erdmittelalterlichen Vorgänger dazu nur ein einziges enorm verlängertes Handglied benutzten, nämlich jenes, das bei uns den Ringfinger bildet. Der kleine Finger war bei ihnen vollständig verschwunden, und die übrigen drei dienten ihnen zuweilen als Zehen.

Fuß und Flügel

Denn inzwischen sind sich die meisten Pterosaurologen einig, dass Flugsaurier am Boden nicht nach Vogelart auf zwei Beinen schritten, hüpften oder watschelten, sondern auf allen Vieren standen. Der lange Flugfinger wurde nach oben geklappt, und der Rest des Armes fungierte nun als vollwertiger Fuß. Auch wenn ein gelandeter Pterosaurier damit nicht so elegant aussah wie beispielsweise ein Adler, sondern ob der teilweise zusammengefalteten Flughäute eher wie ein kaputter Regenschirm – praktisch muss das gut funktioniert haben. Wie versteinerte Pterosaurier-Fußspuren zeigen, konnten die Tiere auf diese Weise problemlos laufen, manche sogar rennen.

Die Vierfüßigkeit ist obendrein für die Frage bedeutsam, wie und ob überhaupt sich Flugsaurier in die Luft erhoben. Für einen vogelähnlichen Start alleine von den Hinterfüßen könnten die größeren Pterosaurier tatsächlich zu schwer gewesen sein. Doch mit der zusätzlichen Kraft ihrer muskelbepackten vorderen Gliedmaßen dürften es auch die riesigen Azhdarchiden geschafft haben, glauben Forscher wie Habib oder Witton. Dass diese Tiere unbedingt einer Klippe oder dergleichen als Startrampe bedurften und dann lediglich zum Gleitflug imstande waren, hält Witton schon deswegen für fragwürdig, weil fossile Azhdarchiden am häufigsten in Gegenden gefunden würden, die zu Lebzeiten der Tiere Landgebiete waren, wo steile Geländeformationen seltener anzutreffen sind als an Küsten. Auch die großen Pterosaurier dürften demnach geschickte und ausdauernde Flieger gewesen sein.

Aber konnte er tatsächlich fliegen?

Aber auch die allergrößten? Hier gehen die Meinungen der Experten auseinander. Insbesondere „Dracula“ wird hier noch für manch lebhaften Forscherstreit sorgen. Der Dissens beginnt sich schon bei der Frage anzudeuten, wie groß er denn nun wirklich war. Dass er Quetzalcoatlus northropi übertroffen haben muss, ergibt sich für Mátyàs Vremir aus seiner Beobachtung, dass sein Handwurzelknochen, der sogenannte Syncarpal, zwanzig Prozent größer ist als das, was von dem Syncarpal aus Texas bekannt ist, wobei zu erwähnen ist, dass jene Flügelknochen des Q. northropi zwar vermessen, aber selbst vierzig Jahre nach der Entdeckung noch nicht ordnungsgemäß publiziert sind.

Aber es gibt ja noch andere Fossilien großer Flugsaurier, die sich mit denen Draculas vergleichen lassen, sagt Mark Norell vom American Museum of Natural History, der wie Vremir und Albersdörfer an der wissenschaftlichen Bearbeitung der Funde aus Sebeş beteiligt ist. „Wenn wir das hochskalieren, ausgehend davon, was wir von anderen Flugsauriern wissen, dann könnte dieses Tier eine Flügelspannweite von bis zu zwanzig Metern besessen haben. Stand es auf dem Boden, war es größer als eine Giraffe.“

Die Begleittexte zur Denkendorfer Ausstellung sind da etwas vorsichtiger gehalten. „Unter der Annahme, dass auch dieses riesige Tier flog, muss die Flügelspanne mindestens 12 Meter betragen haben, realistisch ist auch eine Rekonstruktion mit 14 Metern und mehr.“ Gut, aber ist es nun geflogen oder nicht? Wenn nicht, dann wäre „Dracula“ für die Öffentlichkeit vielleicht keine ganz so große Sensation mehr, für die Paläozoologie dagegen umso mehr. Denn bislang gibt es keinen einzigen fossilen Hinweis auf Pterosaurier, die eine bei ihren Vorfahren vorhandene Flugfähigkeit verloren hätten – wofür es in der Vogelwelt bekanntlich zahlreiche Beispiele gibt, vom Strauß bis zum Haushuhn. Der Zoologieprofessor Gerhard Haszprunar, Generaldirektor der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, sieht auch bei Dracula keine Hinweise auf Flugunfähigkeit. „Da ist nichts zurückgebildet.“

Mátyàs Vremir ist sich da noch nicht ganz so sicher. Das Problem sei jener riesige Mittelhandknochen, der Syncarpal. Der zeige einige Details, die in seinen Augen gegenüber den Verhältnissen bei unbezweifelt flugfähigen großen Pterosauriern deutlich unterentwickelt seien. „Dies sollte hier viel ausgeprägter sein, wenn das Tier tatsächlich geflogen ist. Aber das ist nur eine Beobachtung und kein definitives Argument, denn der Knochen ist nicht komplett.“

Der Forscherdisput ist bereits in vollem Gange

Gar keinen Glauben an die Flugfähigkeit des neuen Azhdarchiden hat dagegen ausgerechnet Raimund Albersdörfer, einer der Initiatoren des Denkendorfer Museums und der Ausstellung, in der eine zweite Rekonstruktion des Dracula-Skeletts in Flughaltung an der Decke hängt. „Das ist ein bisschen Show“, sagt er. „Glauben tu ich das nicht. Ich glaube auch nicht, dass Quetzalcoatlus oder Hatzegopteryx geflogen sind. Mir wäre es ja lieber, wenn ich nachweisen könnte, sie wären geflogen. Dann hätte ich mehr Besucher im Museum.“ Doch die Tiere seien dazu einfach zu schwer gewesen, und die Flügel proportional zum Gewicht des Tieres von mindestens zweihundert Kilo, vielleicht auch einer halben Tonne, seien zu kurz, verglichen mit kleineren unbezweifelt fliegenden Pterosauriern wie dem im Solnhofener Kalk zahlreich überlieferten Rhamphorhynchus.

Mark Witton widerspricht dem auf der ganzen Linie. „Flügelfossilien von Azhdarchiden zeigen haufenweise Adaptionen fürs Fliegen, unglaublich dünne Knochenwände etwa, enorm viel Platz für Flugmuskulatur, robuste Gelenkknochen und riesige Flügelfinger. Es ist sehr sonderbar, diese Knochen flugunfähigen Tieren zuzuschreiben, die gleichwohl Spannweiten von zehn Meter behalten haben.“ Wer also für die Flugunfähigkeit von Quetzalcoatlus & Co. optiert, müsste erklären, welchen biologischen Zweck die enormen und bei der bodengebundenen Fortbewegung wohl eher nachteiligen Flugfinger dann übernommen haben.

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„Dracula“ aus TranssylvanienDer größte Flugsaurier, der je gefunden wurde

Eine Möglichkeit, die Vremir und Albersdörfer diskutiert haben, wäre, dass die großen Azhdarchiden fliegen konnten, solange sie noch jung und klein waren, als ausgewachsene Tiere aber die Flugfähigkeit verloren. Doch auch dem Zoologen Gerhard Haszprunar fällt kein Beispiel ein, bei dem ein solcher ontogenetischer Verlust der Flugfähigkeit in der Evolutionsgeschichte aktenkundig ist. Und Mark Witton hält solch ein Szenario für reine Spekulation. „Das heißt nicht, dass erwachsene Tiere immer genauso flogen wie Jungtiere – es gibt gute Gründe und gute Daten, die etwas anderes zeigen. Aber was wir dann sehen, ist der Übergang vom Flatter- zum Segelflug, nicht vom Flattern zur Flugunfähigkeit.“ Bevor die fachwissenschaftliche Publikation des neuen transsylvanischen Flugsauriers und ihrer Interpretation nicht fertig ist, dürfte weder in der Frage seiner tatsächlichen Größe noch in der seiner Flugfähigkeit das letzte Wort gesprochen sein – und sehr wahrscheinlich auch danach nicht.

Die Herrscher über Hațeg

Denn im Fall „Dracula“ wie auch in dem des Hatzegopteryx steht in der Flugfähigkeitsfrage dem evolutionsbiologischen Argument „Wozu denn sonst diese Riesenflügel?“ ein anderes entgegen: „Wozu denn hier fliegen?“ Die rumänische Fundregion beider Formen war in der späten Kreidezeit nämlich eine subtropische Insel, genannt Hațeg (gesprochen „Hatzeg“), etwa von der Größe Hispaniolas, also der Karibikinsel, auf der Haiti und die Dominikanische Republik liegen. Und auf dieser Insel waren die Riesen-Azhdarchiden ganz offensichtlich die Könige, die Apex-Prädatoren, einsam an der Spitze der Nahrungskette.

Albersdörfer hat dafür handfeste Indizien: „Ich habe schon an vielen Orten der Welt gegraben, und wo es Dinosaurier gibt, da findet man auch überall ihre abgebrochenen Zähne. Aber auf dieser Insel haben wir faktisch keinen einzigen Zahn eines großen Raubdinos gefunden.“ Damit gab es eigentlich nichts und niemanden, vor dem die Riesenpterosaurier hätten wegfliegen müssen. Was es an anderen Tieren gab, war allenfalls so groß wie ein Fuchs. So etwas schnappte sich der Azhdarchid und schluckte es als Ganzes, wie der Storch einen Frosch. Überhaupt ist man versucht, sich ihre Lebensweise wie die gigantischer Störche vorzustellen – allerdings ohne entsprechendes Nest. Seit man 2004 Pterosaurier-Eier und darin weit entwickelte Embryonen fand, gilt es als wahrscheinlich, dass Flugsaurier und damit wohl auch die Riesen-Azhdarchiden keine Brutpflege betrieben, sondern allenfalls das Nest bewachten.

Man kann sich fragen, warum solch mächtige Tiere überhaupt ausgestorben sind, zumal alles darauf hinweist, dass Pterosaurier – anders als heutige Reptilien – warmblütig und durch ein wärmendes Faserkleid geschützt waren. Die Antwort kann nicht nur in dem Asteroiden oder den indischen Vulkaneruptionen liegen, die vor 66 Millionen Jahren plötzlich Kreidezeit und Erdmittelalter beendeten. Vielmehr waren die Pterosaurier bereits seit der Mitte der Kreidezeit angezählt. Da begann ihre Formenvielfalt sichtlich zurückzugehen, und am Ende gab es noch genau zwei, zudem noch besonders bizarre Flugsaurier-Familien: die Nyctosauridae – von denen einige Arten geweihartige Kopfputze trugen, die größer waren als der Rest des Tieres – und eben die gigantischen Azhdarchidae. Aber gerade große, langsam reproduzierende Lebewesen, man denke an das Nördliche Breitmaulnashorn, kommen mit Umweltveränderungen oft besonders schlecht zurecht.

Was zu dem letztlich fatalen Diversitätsverlust führte, ist unklar. Aber der Aufstieg der Vögel (siehe Diagramm „Flugtiere im Erdmittelalter“) war es wohl nicht, da beide Gruppen nicht auf breiter Front um dieselben Ressourcen konkurrierten. Eine Teilerklärung sehen Pterosaurologen wie Mark Witton darin, dass die Flugsaurier immer schon, nicht nur in der späten Kreide, eine evolutionär besonders konservative Tiergruppe bildeten, mit Taxa, die sich über Jahrmillionen nur wenig veränderten. Bei den Flugsauriern probierte die Evolution, nachdem sie sie einmal hervorgebracht hatte, nicht mehr viel Neues aus, ließ sie etwa, soweit wir wissen, nie in die Meere, um das Pterosaurier-Äquivalent eines Pinguins zu entwickeln, oder auf weiten Ebenen das Analogon zum Vogel Strauß. So wurde das Modell „Flugsaurier“ am Ende womöglich das Opfer seiner eigenen biomechanischen Perfektion. Und wahrscheinlich gäbe es auch ganz ohne den großen Asteroiden heute keine Flugsaurier mehr.

Die Ausstellung „Die Herrscher der Lüfte“, unter anderem mit einigen Originalfossilien des „Dracula“, ist noch bis zum 4. November 2018 im Dinosaurier Museum Altmühltal bei Denkendorf (Bayern) zu sehen.

Literatur: Mark P. Witton, „Pterosaurs. Natural History, Evolution, Anatomy“, Princeton University Press 2013.

Quelle: F.A.S.
Ulf von Rauchhaupt
verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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