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Verheerende Schadstoffe

Feinstaub im Herzen

Von Nicola von Lutterotti
 - 11:30
Tödliche Feinstaub-Belastung: Der Smog kann die Lebenserwartung um fünfeinhalb Jahre verkürzen. Bild: dpa, F.A.Z.

Dass Feinstaub die Gesundheit belastet, ist hinreichend belegt. Weniger klar ist, wie solche Smogbestandteile dem Organismus genau zusetzen. Dieser Frage sind Wissenschaftler um Haidong Kann von der School of Public Health der Fudan University in Schanghai auf den Grund gegangen. Ihren Fokus richteten sie auf Feinstaub mit einem maximalen Durchmesser von 2,5 Mikrometern.

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Um herauszufinden, wie sich solche kleinteiligen Schadstoffe, die unter anderem im Straßenverkehr in größeren Mengen anfallen, auf den Stoffwechsel auswirken, rüsteten die chinesischen Forscher 17 Studentenwohnheime in Schanghai mit leistungsstarken Luftreinigungsgeräten aus. Diese ließen sie daraufhin zweimal je neun Tage lang laufen, und zwar einmal mit und ein weiteres Mal ohne Luftfilter.

Blutzuckerwerte, Blutdruck, Stresshormone

Die Teilnehmer der Studie, insgesamt 55 gesunde junge Studenten beiderlei Geschlechts, wurden angehalten, während der Versuchszeiten die Fenster geschlossen zu halten und das Haus nur für die Vorlesungen zu verlassen – eine Anweisung, der die Probanden weitgehend nachkamen.

Wie die Autoren in „Circulation“ berichten, atmeten die Studenten während der Versuchsperiode, in der das Gerät den Filter enthielt und daher die Luft reinigte, im Tagesmittel 24 Mikrogramm kleinteiligen Feinstaub pro Kubikmeter Luft ein; während der Scheinreinigung waren es hingegen 53 Mikrogramm – mehr als doppelt so viel wie die hierzulande geltende Obergrenze.

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In der Wohnluft lag der Gehalt dieser Kleinstpartikel nach „echter“ Luftwäsche bei 9 Mikrogramm und nach vorgetäuschter bei 47 Mikrogramm pro Kubikmeter. In der Außenluft betrug er demgegenüber durchweg gewaltige 100 Mikrogramm. Wie sich zeigte, hinterließ die Luftverschmutzung tiefe Spuren im Stoffwechsel der Probanden. Ganz allgemein galt: Je ausgeprägter die Feinstaubbelastung, desto mehr verschob sich der Metabolismus in eine Richtung, die der Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes Vorschub leistet.

So erhöhten sich dabei unter anderem die Blutzuckerwerte, der Blutdruck und der Blutgehalt verschiedener Stresshormone. Zugleich stieg die Aktivität von Signalstoffen, die mit Entzündungen, oxidativem Stress und einer erhöhten Thromboseneigung einhergehen.

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Quelle: F.A.Z.
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