Wüsten-Nutztier

Von der Schönheit der Kamele

Von Rebecca Hahn
 - 10:40
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Sanft schwankt der Sattel von links nach rechts und wieder zurück. Im Takt der Schritte hebt und senkt sich der Horizont hinter den Dünen der Sharqiya Sands im Osten des Oman. Auch wer, wie hier die meisten an diesem Morgen, zum ersten Mal im Leben auf einem Kamel sitzt, fühlt sich nach spätestens zehn Minuten in eine andere Ära versetzt. In eine Zeit vor den Geländewagen, als man allein mit diesen in mehr als einer Hinsicht belastbaren Tieren wochenlang durch die Wüste ziehen konnte. Ohne Kamelkarawanen war Fernhandel durch Weltgegenden wie diese lange unmöglich. Aber was machen Kamele heute – außer Touristen durch die Dünen zu tragen?

Saif bin Sultan bin Rashid Albadi fällt da einiges ein. Sein ganzes Leben hat der Beduine den Kamelen gewidmet. Er lebt in Saham, einem Dorf rund 200 Kilometer westlich von Muscat. Dank Landwirtschaft ist der Oman hier im Spätsommer so grün wie an kaum einem anderen Ort. Unablässig sprühen die Bewässerungsanlagen zwischen die Bananenpalmen und auf das Gras, das auch Albadis Kamele ab und an zu fressen bekommen. 20 Tiere stehen hinter einer halbhohen Steinmauer in zwei langen, offenen Unterständen, vier weitere auf dem Platz dazwischen, mit locker zusammengebundenen Vorderläufen am Davonlaufen gehindert.

Es ist später Nachmittag. „Abendessenszeit für die Kamele“, sagt Albadi. Während Helfer Zweige herbeitragen, kniet der Endfünfziger im Sand zwischen den Stallungen und zählt auf, wofür die Tiere gezüchtet werden: Als Rennkamele, zur Milchproduktion, für Schönheitswettbewerbe oder Schaulaufen. Albadis Familie hat schon immer Kamele gezüchtet. Früher waren es hauptsächlich ihre eigenen, heute züchtet er überwiegend für andere Halter. Nur drei der Tiere gehören ihm. Die übrigen Stuten wurden von ihren Besitzern zu Albadi gebracht, damit er die Zuchthengste auswählt und die Fohlen in den ersten Monaten für ihre jeweiligen Aufgaben ausbildet.

Hengstfohlen haben nur wenige Monate

Die ideale Zuchtzeit beginne im September und ende im Frühjahr, erklärt er. So kämen die Fohlen in der kühleren Phase des Jahres auf die Welt. „Die Kleinen sind dann kräftiger“. Die Hengstfohlen bleiben nach der Geburt vier Monate bei ihren Müttern. Anschließend werden die meisten von ihnen geschlachtet. Den Stutenfohlen hingegen ist ein längeres Leben beschieden, weil sie später Milch geben können und auch für Rennen deutlich beliebter sind. „Sie sollen besonders gute Kamele werden, deshalb werden sie länger gesäugt“, sagt Albadi. Bis zu acht Monate bleiben sie bei ihren Müttern.

In dieser Zeit trainiert Albadi den Nachwuchs, damit er später folgsam ist. Am liebsten mag er Tiere, die schon von Natur aus ein ruhiges Gemüt haben. Optisch gefallen ihm die fuchsfarbenen Kamele der nördlichen Küstenebene Batina am besten. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die verschiedenen Zuchtlinien zu erhalten“, sagt er. Seit einigen Jahren wird dies auch von höchster Stelle unterstützt. Nach Saudi-Arabien ist der Oman auf der Arabischen Halbinsel das Land mit den zweitmeisten Kamelzüchtern. Sie werden vom Royal Camel Corps überwacht, das genau Buch über die Abstammung der einzelnen Tiere führt und auf möglichst reinrassige Zuchtlinien achtet.

Der Kamelbauer aus dem Schwarzwald

Dabei ist das Kamel im Vergleich zu anderen Nutztieren relativ ursprünglich. Während Kuh und Schwein längst so viele Zuchtprogramme durchlaufen haben, dass die meisten Rassen wenig mit ihren wilden Vorfahren gemein haben, steckt im domestizierten Kamel immer noch viel Wildkamel. „Es wurde durch Zuchtziele noch nicht wesentlich verändert“, sagt Wilhelm Breitling. Der Landwirt aus dem Schwarzwald war einer der Ersten, die in Europa versuchten, Kamele zu züchten. Anfang der siebziger Jahre war er auf der Suche nach Alternativen zum Herkömmlichen, erwog die Haltung von Rentieren oder Straußen. Doch dann traf er in Tunesien auf die ersten Kamele. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, sagt er.

In den folgenden Jahrzehnten baute Breitling seinen Kamelhof auf. Er importierte Tiere und züchtete sie. Die Herde wuchs, und Breitling entwickelte ein Programm, mit dem er seine Kamele ohne Zwang ausbilden konnte. Er ließ ihre Milch untersuchen und stellte versuchshalber eine Hautcreme daraus her. Außerdem probierte er, ob sich Kamele auch als Therapietiere eignen. Bis zu der Brandkatastrophe vor fünf Jahren, bei der 87 Kamele des Hofs ums Leben kamen, hat Breitling fast 40 Jahre mit den Wüstentieren verbracht. Immer wieder fuhr er in die Heimatländer des Kamels, nach Mali, Kasachstan und Kirgisien, in die Vereinigten Arabischen Emirate und den Niger. Hier wie dort wurde der Kamelbauer zum Botschafter für diese oft missverstandene Spezies.

Ein Märchen ist dabei mittlerweile ausgeräumt: In seinen Höckern hält das Kamel kein Wasser, sondern Fett vorrätig. Das isoliert gegen die Hitze und hilft, Dürrezeiten zu überstehen. Einige andere Irrtümer halten sich dagegen hartnäckig, etwa hinsichtlich des zoologischen Namens. Die Kamele, die Albadi auf seinem Hof in Saham betreut, haben nur einen Höcker. Kamel oder Dromedar lautet da – zumindest im Deutschen – häufig die Frage. Dabei ist beides richtig: Zwar ist nicht jedes Kamel ein Dromedar, aber jedes Dromedar ein Kamel.

Die Familie der Kamelartigen oder Camelidae gehört zur Ordnung der Paarhufer und zur Unterordnung der Schwielensohler. Denn ihre Sohlen sind vor dem heißen Wüstenboden durch ein Polster aus Binde- und Fettgewebe geschützt. Die Camelidae sind heute die einzigen Vertreter der Schwielensohler, und sie untergliedern sich in die Neuweltkameliden, zum Beispiel Lamas und Alpakas, sowie die Altweltkameliden, die Gattung Camelus. Diese besteht aus dem zweihöckrigen Kamel Camelus bactrianus, auch Trampeltier genannt, dessen heute noch in Teilen Zentralasiens vorkommendem wildem Vertreter Camelus ferus und Camelus dromedarius, dem Dromedar.

Gutmütig, aber gegebenenfalls nachtragend

Ein weiteres Vorurteil über das Kamel, dem Breitling selbst bei gestandenen Kamelhaltern in Nordafrika oder Arabien begegnete, besagt, es sei ein besonders stures Tier, das erst mit Zwang gefügig gemacht werden müsse. Häufig gilt es gar als bösartig und rachsüchtig. „Ich habe das totale Gegenteil erlebt“, sagt Breitling. „Das Kamel ist ein absolut liebenswertes Tier. Es geht auf den Menschen zu und hat ein sehr gutes Gedächtnis.“ Von Natur aus habe es einen ruhigen, gutmütigen Charakter. Erst wenn man es schlecht behandele, reagiere es aggressiv und räche sich tatsächlich – mitunter erst viel später, wenn es seine Gelegenheit gekommen sehe. Mit einem Gewicht von bis zu 700 Kilogramm könne es einen Menschen problemlos erdrücken, sagt Breitling. Wer seine Tiere gut behandle, müsse aber nichts befürchten.

Zur Bedrohung für Menschen wurde das Kamel unlängst trotzdem, jedoch nicht durch sein Verhalten, sondern als Überträger eines Erregers. Erstmals identifiziert werden konnte das Virus bei einem Patienten, der sich im Sommer 2012 wegen grippeähnlicher Symptome in einer Privatklinik im saudi-arabischen Dschidda untersuchen ließ. Zwei Wochen später starb der Mann an mehrfachem Organversagen. Er hatte sich mit dem Coronavirus Mers (Middle East respiratory syndrome) angesteckt, das ähnlich der Infektionskrankheit Sars schwere Atemwegserkrankungen verursacht.

740 Menschen starben am Kamel-Virus „Mers“

Als natürlicher Wirt des Erregers standen zunächst Fledermäuse im Verdacht. Man vermutete, sie könnten mit ihrem Speichel Datteln kontaminiert und so auch Menschen angesteckt haben. Doch dann konnten Wissenschaftler das Virus im August 2013 in omanischen Dromedaren nachweisen. Vor allem im Nahen Osten war man skeptisch. Ausgerechnet das Kamel, auf das die Menschen hier seit Jahrhunderten angewiesen waren, sollte plötzlich eine Gefahr darstellen? Weder die saudische Regierung noch die Kamelhalter wollten das glauben. Empörte Saudis küssten ihre Dromedare und verbreiteten Fotos davon im Internet. Erst als immer mehr Nachweise für das Vorkommen von Mers in Dromedarherden erbracht wurden, wandelte sich die Einstellung. Seit September 2012 wurden mehr als 2100 Fälle von Mers-Erkrankungen bestätigt, 740 davon endeten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation tödlich.

Um das Virus einzudämmen, soll nun ein Impfstoff für die Dromedare gefunden werden. Parallel dazu wird auch nach einem für Menschen gesucht. Inzwischen wurden bereits mehrere Vakzine getestet. Forscher des amerikanischen National Institutes of Health berichteten im August 2015 in Science Translational Medicine von einem experimentellen Stoff, der Rhesusaffen vor einer Ansteckung mit dem Virus schützte. Im Mai 2017 stellten Wissenschaftler der Universität Toronto in PLOS Pathogens außerdem eine Methode vor, mit der das Mers-Virus künftig an der Vermehrung gehindert werden könnte. Die Forscher hatten dafür ein Ubiquitin-Protein verwendet, wie es in allen eukaryotischen Zellen vorkommt. Es wurde so verändert, dass es ein Schlüsselenzym des Mers-Virus lähmt, damit dieses sich nicht mehr replizieren kann. Bevor das Designer-Protein jedoch tatsächlich zum Einsatz kommen kann, sollen weitere Tests durchgeführt werden. Bis ein wirksamer Impfstoff gefunden ist, wird empfohlen, sich bei Kontakt mit Dromedaren der Arabischen Halbinsel oder mit infizierten Patienten häufig die Hände zu waschen. Ähnlich wie Grippe wird vermutlich auch Mers über eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen.

In Australien eine Plage, in Arabien Kult

Die Empörung nach der Entdeckung des Mers-Virus-Überträgers illustriert, in welchem Ansehen das Kamel noch steht. In Australien mögen Kamele zur Plage geworden sein, seit sich freigelassene Tiere dort vermehrten und im Outback Wasservorkommen leer trinken und Zäune zerstören. Anderswo gilt das Kamel jedoch noch immer als wichtiger Teil der regionalen Kultur. Anders lassen sich auch die Summen nicht erklären, mit denen die omanische Regierung die Kamelbranche in den letzten zwei Jahrzehnten unterstützt hat. Besonders dem prestigeträchtigen Rennsport wurde große Aufmerksamkeit zuteil. 2003 investierte der amtierende Sultan Qabus eine Million Rial, umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro, in den Bau von Rennstrecken im ganzen Land. Seither veranstaltet die Omani Camel Racing Federation Rennen und trägt damit zur Ausbreitung des Kamelsports bei.

Bei einem der Schaulaufen lässt sich beobachten, wie die Kamele Tempo aufnehmen. Das Rennen ist Teil einer traditionellen omanischen Hochzeit. Die gesamte männliche Festgesellschaft hat sich an einer gut 500 Meter langen Laufstrecke versammelt, die mit angehäuften Sandwällen links und rechts begrenzt ist. Alle zehn Minuten rennen zwei prächtig herausgeputzte Kamele um die Wette, bunte Quasten zieren das Geschirrzeug. Mit einem Stock werden die Tiere von ihren Reitern angetrieben. Wer schneller läuft, ist aber eigentlich Nebensache. Denn anders als bei den großen Rennen, bei denen oft 100 Kamele gleichzeitig antreten, geht es bei den Schauläufen nur darum, zu sehen und gesehen zu werden.

Rennen in der Wüste
Entspannung für Kamele in Katar
© AFP, afp

Ein bisschen drollig sieht es schon aus, wenn die Rennkamele ihre Beine in alle vier Himmelsrichtungen werfen. Kaum zu glauben, dass die Champions unter ihnen bis zu 60 Kilometer pro Stunde schnell werden. Ob die Rennerei allerdings auch den Tieren Freude bereitet, darf bezweifelt werden. „Ich bin gegen Kamelrennen“, sagt Wilhelm Breitling. „Anders als das Pferd ist das Kamel kein Fluchttier. Es hat also gar keinen Antrieb, als Schnellster einer Gruppe vorneweg zu rennen. Es bleibt lieber bei der Herde.“

Um einem Kamel beizubringen, dass es gewinnen will, braucht es Menschen wie Daoud Salim Hamed Al Shibli. Er ist das, was man in anderen Sportarten einen Talentscout nennt: Er hält nach vielversprechenden Jungkamelen Ausschau, testet ihre Fähigkeiten und bildet die besten von ihnen zu Rennkamelen aus. „Mein Vater und mein Großvater haben mich schon als Kind zu Kamelrennen mitgenommen“, sagt er. Mit 18 Jahren fing er dann an, sein eigenes Geschäft aufzubauen. Inzwischen betreut er mit einem Partner ein Kameltrainingscamp in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ein weiteres in der Nähe der omanischen Hafenstadt Sohar. Um 35 Kamele kümmert sich Al Shibli hier zurzeit. Die jüngsten von ihnen, kaum ein halbes Jahr alt, haben sich offenbar noch nicht mit der Idee angefreundet, ein Rennen zu laufen. Unentwegt röhren sie nach ihren Müttern, von denen sie erst vor kurzem getrennt wurden. Al Shibli zuckt mit den Schultern. Es dauere bis zu drei Wochen, bis sie sich eingewöhnt hätten.

„Jedes Jahr werden die Rennen besser“

Wie bei menschlichen Profisportlern folgt die Ausbildung einem strengen Zeitplan: Jeden Morgen um 4 Uhr weckt Al Shibli seine Kamele. Dann gibt es Frühstück. Um 7 Uhr steht die erste Trainingseinheit an, bei der die Tiere ein bisschen rennen. Meist läuft ein erfahrenes Kamel samt Reiter vorneweg, der Nachwuchs folgt hintendran. Am frühen Nachmittag serviert Al Shibli schon das Abendessen, bevor um 16 Uhr eine zweite Trainingseinheit ansteht. Oft sieht man die Übungsgruppen in der Nähe der Rennbahn in Sohar, auf der Al Shibli seine Kamele alle fünf bis sechs Tage rennen lässt. Acht Kilometer ist die Strecke lang – eine Standardlänge, sagt Al Shibli. Nach dem Training füttert er seine Tiere mit einem leichten zweiten Abendessen. Danach dürfen sie sich für den nächsten Tag ausruhen.

Jedes Jahr würden die Rennen im Oman besser, sagt Al Shibli. Die Regierung investiere viel in den Sport. Nur in den Emiraten und in Qatar seien die Standards noch höher. Dort gibt es neben Geländewagen häufig auch hohe Preisgelder zu gewinnen. Außerdem locken die Rennen Käufer an. Die Rekordsumme, die ein Händler für drei Rennkamele aus den Emiraten bezahlte, liegt bei 4,7 Millionen Euro. „Ich verdiene gutes Geld mit meinen Kamelen“, sagt Al Shibli. „Aber das ist nicht das Wichtigste - deine Seele sollte die Kamele lieben, wenn du an diesem Sport teilnimmst.“

Der Kamel-Hype ruft die Reproduktionsmedizin auf den Plan

In den benachbarten Emiraten ist ein regelrechtes Fieber um die Rennkamele ausgebrochen. Mit den besten Tieren sollen möglichst viele Nachwuchsstars herangezüchtet werden. Doch die Biologie des Kamels bremst die Ambitionen. Schon die lange Tragzeit von 13 Monaten verlangt den Züchtern Geduld ab. Danach wird in der Regel nur ein Fohlen zur Welt gebracht. Zwillingsschwangerschaften kommen zwar vor, in fast allen Fällen überlebt jedoch nur einer der Embryos. Daher ist inzwischen ein ganzer Forschungszweig entstanden, der die Vermehrung des Kamels optimieren will. In Dubai ließ Scheich Muhammad bin Rashid Al Maktoum, der Premierminister und Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, 1989 das Camel Reproduction Centre eröffnen. Dort entwickelt ein Biologenteam unter der Leitung von Lulu Skidmore neue Zuchttechniken. Die Britin beschäftigte sich zu Beginn ihrer Karriere noch mit der Pferdezucht, bis sie vor knapp 30 Jahren für ein Forschungsprojekt mit Kamelen nach Dubai kam und blieb.

Schon mehrfach erregte das Zentrum Aufsehen, etwa durch die Züchtung des Camas, einer Kreuzung aus Kamel und Lama. Die Geburt des ersten Kamelklons wurde 2009 gemeldet. Inzwischen konzentrieren sich Skidmore und Kollegen auf die künstliche Befruchtung sowie das Einfrieren von Embryonen und Samen. Von der Rinderzucht schauten sie sich unter anderem den Embryonentransfer ab. „Wir stimulieren unsere guten Kamele mit Hormonen, so dass mehr als eine Eizelle in den Eierstöcken heranreift“, erklärt Skidmore. „Danach werden die Stuten mit den Zuchthengsten gepaart, und acht Tage später spülen wir den Uterus aus.“ Die dabei herausgewaschenen Embryonen haben zu diesem Zeitpunkt etwa einen Durchmesser von einem halben Millimeter. Sie werden in Empfängerkamele eingepflanzt, die durch eine Hormonbehandlung mit der Spenderstute synchronisiert wurden. „Auf diese Weise können statt eines Fohlens pro Saison gleich mehrere geboren werden.“ Die Schwangerschaftsrate liege bei dieser Methode zwischen 65 und 70 Prozent. „Wir behandeln hauptsächlich Rennkamele und solche für Schönheitswettbewerbe“, sagt die Biologin. „Allerdings haben wir auch schon der Kamelmilchwirtschaft mit dem Embryonentransfer weitergeholfen.“

Auf Außenstehende mag der Rummel ums Kamel übertrieben wirken. doch selbst der Rennsport darf nicht nur als Hobby exzentrischer Scheichs verstanden werden. Das Kamel ist für viele Araber ein kultureller Anker. Die traditionelle beduinische Lebensform ist praktisch ausgestorben, doch das Kamel als eines ihrer Kernelemente ist immer noch da. So wie sich viele Touristen einen kurzen Ritt gönnen, um den Bräuchen der Wüstenvölker nachzuspüren, schlägt das Kamel für einige Araber eine ganz reale Brücke zu den Traditionen ihrer Vorfahren. Und deshalb sind die Wüstentiere trotz der Erfindung des Autos noch lange nicht überflüssig geworden.

Quelle: F.A.S.
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