FAZ plus ArtikelVolkskrankheit Kreidezähne

Bröckelnde Beißerchen

Von Claudia Füßler
 - 16:34
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Karies und Baktus haben sich fast abgeschafft. Seit Jahrzehnten erzählen Eltern vor den Badezimmerspiegeln der Republik von dem fiesen Duo, das nachts Löcher in ungeputzte Kinderzähne frisst. Mit Erfolg: Wie die von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung in Auftrag gegebene Mundgesundheitsstudie V feststellte, haben acht von zehn 12-jährigen Kindern heute keine Karies. Insgesamt hat sich die Zahl der kariesfreien Gebisse seit 1997 verdoppelt.

Doch vergangenen Donnerstag schlug die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Alarm. Ein neuer Feind macht sich breit in den Kindermündern: Backenzähne brechen fleckig und bröckelig durch den Kiefer, mitunter brauchen Grundschüler bereits Stahlkronen. Bei der sogenannten Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, kurz MIH, werden die ersten bleibenden Backenzähne nicht richtig mineralisiert. Der Zahnschmelz ist oft brüchig oder fehlt ganz – in einem ansonsten völlig gesunden Gebiss. Beschrieben worden ist die MIH erstmals 1987, gut 15 Jahre später waren etwa fünf Prozent der Kinder betroffen. Aktuellen Studien zufolge leiden inzwischen 10 bis 20 Prozent der jungen Deutschen unter MIH, bei den 12-Jährigen sind es sogar knapp 30 Prozent.

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Quelle: F.A.S.
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