FAZ plus ArtikelAlgorithmen errechnen den Tod

Kein Platz für Optimismus

Von Oliver Tolmein
 - 06:27

„Künstliche Intelligenz sagt den Tod voraus“ titelte gerade das Technologie-Magazin „Wired“. Weissagung heißt jetzt „Prognose“ und setzt keine geheimnisvollen mystischen Kräfte voraus, sondern wird als Ergebnis mathematischer Berechnungen vorgestellt. Während Kassandra aber mit dem Fluch belegt war, dass niemand ihren Unheils-Prophezeiungen Glauben schenkte, besteht bei aktuellen, auf dem Einsatz neuronaler Netzwerke basierender Prognosen die Gefahr, dass ihre Zuverlässigkeit überschätzt wird. „Verbesserung der Palliativversorgung mithilfe von Deep Learning“ ist der Originalaufsatz einer interdisziplinären Forschungsgruppe der Stanford Universität weitaus zurückhaltender überschrieben.

Gleichwohl ist das Forschungs-Projekt, das am Stanford Health Care Center auf den Weg gebracht wurde, höchst brisant – auch weil es an der Schnittstelle von zwei ethisch und auch rechtlich besonders schwierigen Problemen neue Wege gangbar machen soll: Einerseits geht es darum, wie eine nur noch kurze Überlebenszeit möglichst zuverlässig prognostiziert werden kann; andererseits zielt es auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die möglicherweise zuverlässiger entscheiden kann als Ärzte.

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Quelle: F.A.Z.
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