FAZ plus ArtikelMultiple Sklerose

Ein fast normales Leben

Von Heinz Wiendl
 - 06:30
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Multiple Sklerose (MS) wird heute Dank des wissenschaftlichen Fortschritts besser verstanden, ist genauer zu diagnostizieren und zu behandeln als jemals zuvor. Die Kehrseite der Medaille: Die hochwirksamen MS-Medikamente verändern das komplexe Immunsystem auf vielfältige Weise. Als Folge können schwere Nebenwirkungen auftreten. Die neueste Forschung arbeitet mit einigem Erfolg daran, diese Risiken in den Griff zu bekommen. Das Verständnis und die Therapiemöglichkeiten für die schleichende Form der MS sind jedoch noch begrenzt, auch wenn es seit kurzem ein erstes zugelassenes Medikament gibt. Die Herausforderung lautet heute: Die beste Therapie für jeden Patienten zu finden, die Erkrankung und die Therapie bestmöglich zu begleiten.

Ein normales Leben? Ela Krieger (Name geändert) zögert. „Fast normal trifft es eher.“ Denn Normalität, das waren ein Vollzeitjob, regelmäßige Sportkurse und auch mal Feiern bis spät in die Nacht. Schon seit zehn Jahren kennt die Fünfundvierzigjährige nichts davon. Stattdessen freut sie sich, dass sie im öffentlichen Dienst ihre Arbeitszeit problemlos auf 70 Prozent reduzieren konnte. Statt mit Radtouren füllt sie ihre Freizeit mit Besuchen beim Krankengymnasten oder Neuropsychotherapeuten. Statt die Nächte durchzufeiern, geht sie regelmäßig schon um 22 Uhr ins Bett. Und selbst dann fühlt sie sich oft schon mittags so, als habe sie nicht geschlafen. Trotzdem sagt sie: „Mir geht es gut. Denn die Multiple Sklerose ist für mich keine Bedrohung mehr“. Und das ist alles andere als selbstverständlich.

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Die Vortragsreihe: Hirnerkrankungen – wo stehen wir?

Angelehnt an unsere frühere Serie zur Hirnforschung, die auf eine Kooperation der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und dieser Zeitung zurückgeht, werden in einer neuen Reihe „Hirnerkrankungen – wo stehen wir?“ renommierte Neurowissenschaftler ausgewählte Erkrankungen des Gehirns erklären. Es handelt sich um eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.). Es geht darum, die Historie und Präventionsmöglichkeiten sowie den Stand der Forschung zu Ursachen und Therapiemöglichkeiten kritisch zu beleuchten. Auch ein Ausblick in die Zukunft soll gewagt werden. Die mehr als ein Dutzend Vorträge werden zum Teil in Frankfurt stattfinden (zusammen mit der Goethe-Universität), zum Teil in vorhandene Veranstaltungsformate deutschlandweiter Kooperationspartner eingebunden. Die Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich.

Quelle: F.A.Z.
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