Robotik

Die Transformer formieren sich

Von Sibylle Anderl
 - 16:21
© Wyss Institute, Wyss Institute at Harvard University

Diese Idee hat schon einige Science-Fiction-Filme inspiriert: Roboter, die sich wie von Geisterhand gesteuert in verschiedene Formen falten können. Abgesehen von seinem futuristischen Anstrich hat der Ansatz, Roboter per anpassbarer Origami-Faltung aus flachen Elementen herzustellen, auch noch weitere Vorteile: Er würde eine kostengünstige und auf individuelle Kundenwünsche angepasste Massenproduktion ermöglichen. Bisher war die Eleganz des Verfahrens allerdings dadurch eingeschränkt, dass die faltbaren Roboter entweder per Stromkabel oder per mitgeführte Batterie mit Energie versorgt werden mussten. Forscher der Universität Harvard haben nun einen Weg gefunden, Faltroboter drahtlos ohne mitgeführte Stromquelle zu steuern.

Das Grundelement ist dabei ein flacher Tetraeder, dessen drei äußere Flächen durch Gelenke mit der zentralen Fläche verbunden sind, auf der sich ein kleiner Stromkreis befindet. An den Gelenken befinden sich Spulen aus einer Legierung mit Formgedächtnis: Wenn Strom durch sie hindurchfließt und sich die Spulen erwärmen, ziehen sie sich in ihren entspannten Zustand zusammen und klappen die Seitenflächen nach oben. Sobald der Stromfluss stoppt, kehrt das Element durch die Starre der Gelenke wieder in den flachen Zustand zurück.

Die Energie wird anhand magnetischer Induktion übertragen: Eine externe Spule generiert ein Magnetfeld, das einen Strom im Schaltkreis des Roboters erzeugt. Die einzelnen Gelenkspulen sind dabei so designt, dass sie auf verschiedene Frequenzen des externen Magnetfelds ansprechen und damit unabhängig voneinander aktiviert werden können. Mit dieser Technologie bauten die Wissenschaftler einen steuerbaren Roboterarm.

Quelle: F.A.Z.
Autorenbild/ Sybille Anderl
Sibylle Anderl
Redakteurin im Feuilleton.
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