Trägerin der Fields-Medaille

Top-Mathematikerin Maryam Mirzakhani gestorben

 - 10:38

Die iranische Mathematikerin Maryam Mirzakhani, die 2014 als erste und bisher einzige Frau die renommierte Fields-Medaille gewonnen hat, ist tot. Nach Mitteilung der Stanford-Universität in Kalifornien, wo Mirzakhani als Professorin tätig war, starb die Wissenschaftlerin am Samstag an Krebs. Sie wurde 40 Jahre alt.

Die Fields-Medaille wird oft als Nobelpreis für Mathematik bezeichnet. Das britische Fachblatt „Nature“ führte Mirzakhani 2014 auf seiner Liste der zehn wichtigsten Forscher des Jahres auf. Womit sich die Mathematikerin beschäftigt, ist allerdings selbst für mathematisch interessierte Laien nur schwer zu verstehen. Maryam Mirzakhani wurde für ihre „herausragenden Beiträge“ zur Dynamik und Geometrie von Riemannschen Flächen ausgezeichnet. Ihre Arbeiten hätten Methoden verschiedener Gebiete wie algebraische Geometrie, Topologie und Wahrscheinlichkeitsrechnung zusammengebracht, begründete die Jury ihre Entscheidung.

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Bei den Riemannschen Flächen handelt es sich um abstrakte geometrische Gebilde in Räumen, die weit mehr als nur drei Dimensionen haben. Maryam Mirzakhani untersuchte das Verhalten geodätischer Linien auf solchen Flächen. Das Pendant im euklidischen Raum wären gerade Linien auf einer ebenen Fläche. Der Mathematiker Heinz Huber hatte 1959 bewiesen, dass die Zahl der kürzesten Wege zwischen zwei Punkten exponentiell mit deren Länge zunimmt. Allerdings kreuzen sich die meisten dieser Linien. Maryam Mirzakhani konnte zeigen, dass die Zahl der sich nicht kreuzenden geodätischen Linien nur mit einer Potenz ihrer Länge zunimmt.

1977 in Teheran geboren, besuchte Mirzakhani dort eine Mädchenschule für begabte Schülerinnen. Mitte der 1990er Jahre fiel sie bei internationalen Mathematik-Olympiaden durch den Gewinn von drei Goldmedaillen auf. Sie studierte später an der renommierten US-Universität Harvard, lehrte in Princeton, bevor sie 2008 nach Stanford wechselte. Maryam Mirzakhani sagte, sie hoffe darauf, dass sie viele andere junge Wissenschaftlerinnen und Mathematikerinnen bestärken werde.

Mirzakhani war mit einem Mathematiker aus Tschechien verheiratet. Sie sind Eltern einer sechsjährigen Tochter.

Quelle: dpa/mli
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