Alexander Gerst auf der ISS

Mann und Maus im All

Von Manfred Lindinger
 - 18:16
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Mit einer Maus im WeltallGerst hat ISS erreicht

Nach einer Flugzeit von zwei Tagen ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst am Freitagnachmittag auf der Internationalen Raumstation (ISS) angekommen. Er war am Mittwochmittag um 13.12 Uhr (MESZ) gemeinsam mit dem russischen Kommandanten Sergej Prokopjew und der amerikanischen Astronautin Serena Auñón-Chancellor vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur an Bord einer Sojus-Kapsel gestartet.

Die drei Raumfahrer dockten am Freitag um 15.01 Uhr an der ISS an. Zwei Stunden mussten sie danach noch in ihrer engen Kapsel ausharren. So lange dauerte es, bis der Druckausgleich zwischen der Sojus-Kapsel und der Raumstation hergestellt war. Um 17.17 Uhr öffnete sich die Luke, und die drei Neuankömmlinge wurden von den Nasa-Astronauten Andrew Feustel und Richard Arnold sowie vom russischen Kosmonauten Oleg Artjemjew begrüßt, die seit März im All sind. Gerst ließ als Erstes die kleine Maus aus der gleichnamigen TV-Sendung schweben - auch mit Raumanzug. Später gab es ein erstes gemeinsames Foto der nun wieder sechsköpfigen Besatzung.

Nach dem langen Flug steht für die drei Astronauten zunächst einmal Körperpflege mit speziellen Handtüchern auf dem Programm. diese verhindern, dass sich Wassertropfen bilden und unkontrolliert herumschweben. Dann folgt das für jedes neue Besatzungsmitglied vorgeschriebene Sicherheitsbriefing, um etwa bei einem Brand oder einem Leck sofort zu wissen, was zu tun ist. Nach einer Mahlzeit ist für Gerst und seine beiden Kollegen jetzt erst einmal Bettruhe angesagt.

Warum der Flug so lange dauerte

Gerst, der nun das zweite Mal die Raumstation besucht, ist nach Thomas Reiter (2006) und Hans Schlegel (2008) der dritte Deutsche auf dem Außenposten der Menschheit im erdnahen Weltraum. Im August wird Gerst sogar das Kommando über die ISS übernehmen. 187 Tage wird er auf dem Außenposten bleiben und voraussichtlich am 13. Dezember wieder landen.

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Forschung auf der ISSGersts Experimente in der Schwerelosigkeit

Alexander Gersts Flug dauerte dieses Mal deutlich länger als am 28. Mai 2014. Damals hatte die Sojus-Kapsel nach sechs Stunden in 400 Kilometern Höhe an der Raumstation angedockt. 2014 verliefen die Flugbahnen der Sojus-Kapsel und der Raumstation günstiger, so dass nach nur vier Erdumrundung die ISS erreicht werden konnte. Vor allem der Winkel zwischen den beiden Flugbahnen war deutlich kleiner gewesen. Jetzt musste wegen anderer Startbedingungen die Erde 34 Mal umkreist werden.

Quelle: F.A.Z.
Manfred Lindinger
Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.
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